Daniel: Hi Mohammad! Wann und wie kam es zu der Gründung von Shivered?
Mohammad: Ich mache seit 2012 Musik. Zuerst war ich bei einer Alternative Metal-Band namens Lorn. Das war bis 2015. Danach habe ich mich aus zwei Gründen dazu entschlossen, auszusteigen: Erstens, hatte ich das Interesse an Alternative Metal verloren und zweitens, gab es noch eine weitere Band mit diesem Namen, was es unmöglich machte, professionell weiter zu arbeiten. Also habe ich 2015 Shivered ins Leben gerufen. Erst wollte ich das Projekt schlicht Shiver nennen, aber der Name war schon vergeben.
Daniel: Hattest Du zuvor schon in anderen Bands gespielt?
Mohammad: Nein, außer der gerade erwähnten Band noch nie. Ich habe mal bei zwei Bands ein bisschen mitgewirkt. Malacoda und Rove Monteux hießen die, aber dort war ich nie festes Mitglied ; auch in anderen Bands nicht.
Daniel: Welche Bands zählen zu Deinen Haupteinflüssen?
Mohammad: Da gibt es sehr viele Bands, von Rock bis Metal, aber hauptsächlich Katatonia, Paradise Lost und Swallow The Sun, würde ich sagen. Ich würde aber auch Porcupine Tree / Steven Wilson, Antimatter und King Crimson dazuzählen.
Daniel: Worum geht es in Deinen Texten? Gibt es da so etwas wie eine Kernaussage?
Mohammad: Für gewöhnlich schreibe ich über psychologische und philosophische Dinge, wie zum Beispiel psychische Belastungen, Nihilismus, Absurditäten und Pessimismus. Das kann sich aber auch mit jedem Album ändern, obwohl diese Themen immer meine Hauptinspiration waren.
Daniel: Du betreibst Shivered als Soloprojekt. Was sind die Gründe dafür? Gibt es nicht genügend Metaller bei Euch, um eine Band zusammen zu bekommen?
Mohammad: Ich habe keinerlei Kontakte zu anderen Musikern im Iran. Um ehrlich zu sein, hätte ich vermutlich nie etwas veröffentlicht, wenn ich mir Mitmusiker gesucht hätte, weil es dann zu viele Hindernisse geben würde. Zum Beispiel ist es schwierig, hier ein akustisches Schlagzeug aufzunehmen. Und Drums programmieren kann viel Zeit und Geld sparen. Außerdem ist es wirklich schwierig, hier einen guten Schlagzeuger zu finden.
Daniel: Du kommst ja aus dem Iran. Gibt es dort überhaupt so etwas wie eine Metal-Szene? Darf man dort überhaupt Metal spielen? Gibt es eine Szene mit Bands, die sich gegenseitig unterstützen? Gibt es bei Euch Plattenläden? Klär uns doch mal auf!
Mohammad: Es gibt hier ein paar Bands, die in Caféterien oder Kellern spielen. Aber es ist immer ein bisschen Glückssache! Manchmal läuft alles glatt. Manchmal kann es aber auch schiefgehen, und Du kannst im Gefängnis landen. Aber es gibt tatsächlich eine Metal-Szene hier im Iran, ja! Aber das ist totaler Underground! Metal ist hier offiziell nicht legal. Deswegen arbeite ich lieber allein. Dabei fühl eich mich am wohlsten.
Daniel: Aus dem Iran kenne ich leider nur das Black Metal-Projekt Ekove Efrits (wobei es sich ebenfalls nur um ein Soloprojekt handelt). Kennst Du den Musiker dahinter? Und gibt es noch weitere Metal-Bands aus Eurem Land, die Du uns weiter empfehlen könntest?
Mohammad: Nein, kenne ich nicht. Und ich höre mir auch leider keine Bands aus dem Iran an, sorry!
Daniel: Hast Du schon mal drüber nachgedacht, Dir Session-Musiker zu suchen und mit Shivered live zu spielen? Oder handelt es sich hierbei um ein reines Studioprojekt?
Mohammad: Bislang war es immer nur ein Studioprojekt, aber ich hoffe doch sehr, dass es eines Tages zu Live-Auftritten kommen wird; egal ob mit festen Mitgliedern oder Gastmusikern. Als seriöser Musiker sollte man immer live spielen wollen. Aber aufgrund der derzeitigen Situation bleibt es erstmal nur bei Studio-Arbeit.
Daniel: Soweit ich weiß, gibt es alle Deine Tonträger nur in digitaler Form, oder? Gibt es bei Euch im Iran keine geeigneten Plattenfirmen oder Vertriebe, die CDs. LPS oder Kassetten vermarkten könnten?
Mohammad: Doch, von meinem Debüt-Album, „Journey To Fade”, konnte man mal fünf oder zehn CDs von einem Vertrieb in den USA bestellen. Die sind aber längst restlos vergriffen. Es ist heute fast unmöglich geworden, etwas vom Iran in andere Länder zu verschicken; meistens durch fehlende Genehmigungen.
Daniel: Bislang hast Du mit Shivered eine EP und drei reguläre Alben aufgenommen. Wo hast Du sie aufgenommen? Gibt es keine guten Studios im Iran? Oder nimmst Du alles zu Hause auf?
Mohammad: Ich habe alles in meinem Homerecording-Studio selbst eingespielt, gemischt und gemastert. Es gibt zwar ein paar Studios im Iran, aber hier ist leider kaum jemand mi Metal vertraut. Es ist immer wie eine Challenge für mich, aber irgendwie habe ich es bisher immer geschafft, dass es mir nicht zu müllig klingt. Ich hoffe, dass die Hörer das auch so sehen.
Daniel: Was können wir in naher Zukunft von Shivered erwarten?
Mohammad: Ich möchte wirklich auf jedem Album etwas anderes machen. Es mag die Leute langweien, aber ich möchte mich nicht ständig wiederholen! Ich habe schon wieder einige Ideen angesammelt. Mal sehen, was daraus wird!
Daniel: Alles klar, Mohammad! Dann gebührt Dir noch das Schlusswort!
Mohammad: Vielen Dank für das Interview! Es lebe der Metal!












































