PARADISE LOST - ASCENSION


Label:NUCLEAR BLAST
Jahr:2025
Running Time:51:02
Kategorie: Neuerscheinung
 

Vor ein paar Monaten hatte ich Paradise Lost im Vorprogramm von King Diamond in Oberhausen gesehen. Dort gab es eine Setlist querbeet durch ihr bisheriges Schaffen. Von einem neuen Album wusste ich da noch nichts. Neues Liedgut hatten sie auch noch nicht gespielt. Ich bin Fan der Band, seit sie 1993 „Icon“ veröffentlicht hatten, und bis heute ist „Host“; ihr Album von 1999, ihr einziges geblieben, das ich nie gut fand. Doch gerade seit „Tragic Idol“ (2012) war wieder ein enormer Vorwärtstrend zu erkennen. Alte Fans fanden ihre neuen Alben nicht mehr „nur gut“, sondern wieder richtig geil! Auch „The Plague Within“ (2015), „Мedusa“ (2017) und „Оbsidian“ (2020) schlugen in dieselbe Kerbe. Ich hatte im Vorfeld viele Lobpreisungen zum neuen Album „Ascension“gelesen. Doch eines vorweg: Das Niveau der letzten Langrillen kann hier nicht ganz gehalten werden.

Klar, auch das neue Werk knallt und ist mit Sicherheit alles anderes als schlecht. Dennoch habe ich erstmals das Gefühl, dass die Engländer, die übrigens mal wieder einen neuen Schlagzeuger haben, es dieses Mal den Fans aller Phasen recht machen wollen. Der Opener „Serpents On The Cross“ ist doomig, düster und bedrohlich, wie auf den letzten Alben auch. Doch dann verliert sich der rote Faden schnell. „Tyrant´s Serenade“ klingt sofort vertraut und total nach Paradise Lost, wie man sie eben kennt. Greg Macintosh hat ein Wahnsinnsgespür für diese urtypischen, melancholischen Melodien mit Wiedererkennungswert. Aber man hat häufig das Gefühl, alles schon einmal gehört zu haben. Vieles klingt austauschbar. über das gesamte Album hinweg fühle ich mich mal an „Icon“ erinnert („Silence Like A Grave“, Diluvium“), mal an „Оne Second“ („Savage Days“) und mal eher an ihre letzten Sachen. Mit „Lay A Reath Upon The World“ gibt es sogar eine Art Ballade mit weiblichem Background-Gesang.

Nick Holmes pendelt dabei immer wieder zwischen gefühlvollem Klargesang und tiefen, düsteren Growls. Aber gerade ab der zweiten Hälfte plätschert alles irgendwie nur noch so da hin. Zwei Lückenfüller gibt es auch noch. Paradise Lost überzeugen mich nicht über die gesamte Spielzeit hinweg. Sie scheinen ganz gezielt Tribute an die verschiedenen Phasen ihrer Vergangenheit geschrieben zu haben; so als wollte man einen Kreis schließen und alle Fan-Lager zufrieden stellen. Das mag jetzt alles sehr negativ klingen, ist es aber eigentlich nicht. Es ist nur so, dass Paradise Lost auf den letzten vier-fünf Alben die Messlatte wieder sehr hoch angesetzt haben, und „Ascension“ schwimmt mehr so im Fahrwasser mit; zwar ohne zu enttäuschen, aber eben auch ohne sonderlich zu begeistern. Aber ein gutes Nummer Sicher-Album für alle Fans der Band ist es irgendwie schon geworden.

 

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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PARADISE LOST - ASCENSION


Label:NUCLEAR BLAST
Jahr:2025
Running Time:51:02
Kategorie: Neuerscheinung
 

Paradise Lost sind eine Band, die eigentlich keine Vorstellung mehr benötigen, da aber immer wieder neue Fans und solche, die es werden mögen, „nachwachsen", versuche ich mich zu bändigen, was die Länge der Einleitung angeht. Paradise Lost wurden im März 1988 im englischen Halifax als Death Metal Formation gegründet und die Jungs sind nicht nur eine der ersten Goth Metal Acts gewesen, sondern haben auch den Death Doom maßgeblich geprägt. Im Prinzip hat die Evolution, die die Gruppe durchlaufen hat, andere Subgenres entstehen lassen oder zumindest einen großen Einfluss auf eben diese gehabt. Also, wie klingt das Ganze im Jahr 2025? Was? Krass geil reicht euch als Antwort nicht? Gut, dann hol ich mal weiter aus: Alles was die Truppe ausmacht und alles was die Jungs können, zeigen Sie auf „Ascension“ bereits in den ersten vier Tracks. Der Einstieg „Serpent On The Cross“ hämmert wie besessen an eure Tür, kratzt, brüllt und droht wie ein Wahnsinniger, wenn er nicht herein gelassen wird.

Beitrag Nummer zwei „Tyrants Serenade“ zeigt daraufhin die Goth Seite, schmeichelt melodisch und zeigt euch die verletzliche Seite während Track Nummer Drei „Salvation“ dem Hörer beides bietet, das feurige Gebrüll und die Melodien. Bei Song Nummer Vier „Silence Like A Grave“ denkt man an klassischen Stahl, der sogar einiges an Groove mitbringt und mit etwas anderem Ansatz sogar als Thrash funktionieren würde. Ihr seht also ich bin komplett gefangen in Greg Mackintosh´s Universum aus satten Riffs, das er sich mit Aaron Aedy Saiten-hieb um Saiten-hieb teilt.

Die Rhythmen die den Herzschlag dieser Klang-Kathedralen darstellen werden in die Existenz zitiert von Schlagzeuger Jeff Singer und Tieftöner Steve Edmonson während Sänger und Schreihals vom Dienst Nick Holmes das Blut ist das durch jede Zeile und jeden, durch das Mikrophon phrasierten Moment pulsiert. Was Paradise Lost hier mit Album Nummer Siebzehn erschaffen hat, ist ganz großes Kino. Wäre ich nicht schon überzeugt von den Jungs aus Halifax, dann wäre ich es nach „Ascension“.

Note: 10 von 10 Punkten
Autor: Dennis Eikenkötter


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