CEREMONY - SOLITARY BLEED


Label:NO DUST
Jahr:2025
Running Time:48:37
Kategorie: Neuerscheinung
Import
 

Dass ich seit den Neunzigern ein Faible für Holland Death Metal habe, ist weitgehend bekannt. Auch Ceremony aus Ridderkerk bei Rotterdam (wo auch ihre Landsleute von Sinister herkommen) gehören dazu. Vor sechs Jahren habe ich ein Interview mit der Band geführt, als wie aus dem Nichts ihr Comeback-Album „Retribution“ rauskam. In den Neunzigern gab es lediglich das Debüt „Tyranny From Above“ (1993). Das Zweitwerk aus dem Jahr 2019 zeigte dann den gewohnten US Death Metal-Stil in einem zeitgemäßen Gewand. Seitdem hat sich viel getan. Ein Blick ins Booklet der CD (LP gibt es übrigens auch!) zeigt, dass die Band mittlerweile Corpsepaint benutzt. Auch das Piano-Intro ist erstmal ungewohnt. Zu meiner Überraschung bleibt das Tasteninstrument aber über die gesamte Albumlänge hin dominant. Auch viele orchestrale Wände gibt es zu bestaunen; dazu ganz viele Blastbeats, Wut, Aggression und Chaos. Handelt es sich hier tatsächlich um dieselbe Band?

Unglaublich! Und obwohl ich solch überladene Musik normalerweise sehr anstrengend finde, funktioniert „Solitary Bleed“ tatsächlich! Hier knallt es an allen Ecken und Enden. Man wird förmlich von bombastischen Klangcollagen und klassischen Chören erdrückt, ohne dabei das hohe Tempo unberücksichtigt zu lassen. Über allem thront der brachiale Growlgesang von Bassist Mark Ketelaar, der erst 2020 (also ein Jahr nach dem zweiten Album) zur Band stieß und offensichtlich ausschlaggebend für die neue musikalische Ausrichtung zu sein scheint. Für eine zusätzliche Überraschung sorgt zudem der weibliche Leadgesang von Linda van Vugt (Sisters Of Suffocation) beim Titeltrack. Ceremony klingen Anno 2025 technisch, progressiv, verspielt und majestätisch. Wer das alte Zeug von ihnen toll fand, wird hier vermutlich Probleme bekommen. Wer aber angeschwärzten, symphonischen Death Metal im Stil von Fleshgod Apocalypse oder Septicflesh steht, der sollte sich mal mit „Solitary Bleed“ beschäftigen!

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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