ATROPHY - ASYLUM


Label:MASSACRE
Jahr:2024
Running Time:44:17
Kategorie: Neuerscheinung
 

Atrophy sind eine dieser sträflich vom Ruhm übersehenen Thrash Bands der Spätachtziger. Als 1988 das erste Atrophy Album namens „Socialized Hate“ auf der Bildfläche erschien war es bereits zu spät um sich noch für die Big Four zu bewerben und so schaffte es die Truppe um Schreihals Brian Zimmerman nur auf zwei Langeisen bevor die Formation geschlagene zweiundzwanzig Jahre pausierte. 2015 fanden die Jungs sich wieder zusammen, nur um Pandemie bedingt eine Tour-Pause einlegen zu müssen, die Mister Zimmerman nutzte, um sich von dem Act zu trennen, um ein paar Monate später eine neue Gruppe gleichen Namens zu gründen. Ein Riesen-Wirrwarr zugegeben, aber die neue Scheibe ballert aus allen Rohren...möchte ich behaupten.

„Asylum“ bietet zwar nicht alle Nase lang tanzbare Ohrwurm-Songs, aber der technisch versiert gezockte Thrash der Truppe aus Arizona weiß zu überzeugen. Die Riffs von Nathan Montalvo und Mark Coglan gepaart mit den rüpelhaft, rauen Vocals von Brian und der erstklassigen Rhythmus Fraktion (Bassist Josh Gibbs und Drumtier Jonas Shütz) fesseln, erfreuen und animieren zu sowohl Luftgitarre als auch Luftschlagzeug. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass „Asylum“ für eine Thrash-Platte recht komplex und tiefgründig daherkommt mit seinen vielschichtigen Arrangements (ich sag nur „Distortion“).

Textlich beschäftigt sich das Ganze nach wie vor mit Themen wie sozialer Ungerechtigkeit, Propaganda und der Unterschicht, die inmitten mannigfaltiger Manipulation nur versucht durch den Tag zu kommen. Vergleichbar ist der Sound am ehesten mit Bands wie Forbidden, Toxik und der einen oder anderen Scheibe von Flotsam And Jetsam (wobei Eric AK stimmlich weitaus variabler agiert). Es wäre eine Schande, diese Scheibe nicht auf der einen oder anderen Liste am Jahresende zu entdecken, verdient hat sie es allemal.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Dennis Eikenkötter


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