DEREK SHERINIAN - VORTEX


Label:INSIDE OUT
Jahr:2022
Running Time:46:41
Kategorie: Neuerscheinung
 

Wenn es um das shredden an Keyboard geht, dann gibt es nur recht wenige, mit denen Derek Sherinian es nicht aufnehmen kann, so arbeitete Mister Sherinian schon mit Größen wie Dream Theater, Whitesnake´s David Coverdale und Billy Idol zusammen. Spitznamen wie „Der Caligula des Keyboards“ oder „Die Keyboarder Antwort auf Eddie Van Halen“ sind keine Seltenheit. Nach dieser Einleitung wird es hoffentlich keinen verwundern, dass Sherinian´s Studioalben in der Regel rein Instrumental sind und Gesang entweder kaum oder überhaupt keine Rolle spielt. Bei Instrumentalwerken ist es ja immer so eine Sache mit mir, ich wachse wohl langsam hinein in dieses Subgenre eines Subgenres, aber manchmal habe ich immer noch das Gefühl, dass ich auf den Einsatz eines Sängers warte.

Derek schafft da aber von Anfang an klare Verhältnisse, die Kompositionen sind so progressiv und so variabel das jeder noch so gute Sänger hier seine liebe Not hätte den Strukturen gerecht zu werden ohne in Frequenzen abzudriften die teilweise nur noch unsere geliebten Vierbeiner wahrnehmen können. Das Fehlen der Lyrics offenbart aber auch eine Besonderheit, die ich zwar nur ungern als Schwäche betiteln möchte, die es aber zumindest für mich als Schreiberling etwas kompliziert macht, echte Highlights herauszufiltern. Besonders Gesangsparts verankern sich in meinem Hirn auf eine Art und Weise die es mir ermöglicht besser zu umschreiben warum gerade dieser Moment oder eben diese Zeile mich emotional so abholen, das ist bei Instrumentalmusik etwas schwieriger oder zumindest habe ich noch nicht den Dreh heraus.

Was Sherinian hier am Keyboard leistet ist aber definitiv ganz großes Tennis („Seven Seas“ driftet von 70er zu 80er und dann vom Progressive Metal zum Monstrum, das sogar Jazz-Anleihen bietet). Versteht mich nicht falsch, technisch ist das hier ohne Frage absolut großartig, aber Emotionen setzen die acht Tracks nicht in mir frei. So ist es momentan eher gute Hintergrundmusik zu smarten Gesprächen mit interessanten Leuten bei einem Bier und einer Kippe.

Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Dennis Eikenkötter


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