HOSTIA - CARNIVORE CARNIVAL


Label:DEFORMEATHING PRODUCTION
Jahr:2020
Running Time:23:55
Kategorie: Neuerscheinung
 

Hostia stammen aus Polen und veröffentlichen hier ihren zweiten „Langspieler“. „Langspieler“ in Anführungszeichen, da das Album nur knapp vierundzwanzig Minuten dauert aber dennoch siebzehn Tracks beinhaltet. Die CD kommt im Pappschuber und ist wirklich stimmig designt. Neben den Bandfotos (stilecht mit Henkerskapuzen) finden sich im Booklet Textfragmente. Alles ist in edlem Schwarz und Gold auf Büttenpapierlook gedruckt. Den Titel ziert ein Panzer, welcher auf seinem Rücken eine Kathedrale transportiert. Die Marschrichtung ist klar: hier geht es brachial zur Sache. Songtitel wie „Witchfucker“, Chvrch Bvrner“ (stilecht mit V) oder „Death By Sawing“ lassen erkennen: hier sind Poeten und Feingeister am Werk, die gnadenlos ihre Sense mit einem Augenzwinkern kreisen lassen. Stilistisch handelt es sich um einen groovigen Deathmetal / Grindcore Symbionten mit schön oldschooligen Deathmetal Vocals, die hervorragend variiert sind. Ein paar Punk- und Hardcoreeinflüsse runden das Ding ab und lassen an keiner Stelle Langeweile aufkommen (wie auch, bei maximal zwei Minuten Songlänge). Der Deathmetal steht bei „Carnivore Carnival“ klar im Vordergrund, somit konnten Hostia sogar mich, der Grindcore für Lärmbelästigung hält, durchaus begeistern.

Bei aller Kürze der einzelnen Songs schaffen es die vier Musiker, immens viele Ideen einzubauen und umzusetzen, so dass keine zwei Titel gleich klingen. Die einzelnen Tracks könnten durchaus länger sein, das würde von den Songs her ohne Probleme passen. Es hat etwas durchaus Arrogantes an sich, die hier präsentierten Bretter nicht auf fünf Minuten auszudehnen und mit dem Stoff drei komplette Alben zu veröffentlichen. Der Sound ist druckvoll, klar und sauber produziert. Besonders der immense Variantenreichtum an Riffs und Gesang macht Freude und dadurch, dass viele Tracks ineinander übergehen, fällt gar nicht so sehr auf, dass man soeben anderthalb Dutzend Songs gehört hat, dennoch ist Album recht plötzlich vorbei. Also noch mal von vorn! Ein klasse Album für jeden, der etwas mit gut gemachtem Todesmetall anfangen kann, aber immer mal unter Zeitdruck steht, so gehen doppelt so viele Songs in der Mittagspause! Klare Empfehlung.

Note: Keine Wertung
Autor: Andreas Sprack


zurück zur Übersicht