SUPER SATAN - MENETEKEL


Label:THANATOSKULT
Jahr:2020
Running Time:57:15
Kategorie: Neuerscheinung
 

Die Black Metal-Band mit dem seltsam anmutenden Namen Super Satan stammt aus dem Allgäu und bringt aus dem Nichts ihr Debüt-Album „Menetekel“ raus. Hierbei handelt es sich um ein Konzept-Album mit deutschen Texten, bei dem es um die düstere Erscheinung einer Seele geht, die ihren Weg in die Freiheit sucht. Bei diesem Thema ist es ganz passend, dass ausgerechnet Nikita Kamprad von Der Weg Einer Freiheit an den Reglern im Studio saß und hier auch den Bass eingespielt hat. Eigentlich als Duo fungierend, haben sich Sänger Stefan Bauer und Gitarrist Julian Gruber (früher bei den Thrash Metallern Running Death, die mit einem Interview und zwei Reviews bereits bei CROSSFIRE online sind, mit Super Satan musikalisch und textlich aber rein gar nichts gemein haben), die beide aus unterschiedlichen Musikszenen stammen, noch Crimson Death- und Pestilent Reign-Schlagzeuger Sebastian Unić mit ins Boot geholt, um ein eigenständiges Album aufzunehmen, das über den üblichen Black Metal-Tellerrand hinausgeht. Bei dem eröffnenden Titeltrack handelt es sich komischerweise nur um ein einminütiges Intro. Neun Songs folgen, die mit fünf bis neun Minuten fast alle recht lang sind. Es gibt frostige Riffs, schnelles, ruppiges Schlagzeug und fiesen Kreischgesang. Munter geblastet wird ebenfalls, aber es gibt auch doomige, düstere Passagen, die von wahrhaft diabolischer Atmosphäre sind. „Einklang“ ist irreführenderweise kein Intro, sondern ein rasend schneller Black Metal-Track mit furiosen Riffs und viel Tempo. Bei „Dämmerung“ wird erstmals die Hochgeschwindigkeit gedrosselt, und es ertönen melancholische, an Post-Black Metal erinnernde, traurig anmutende Klänge. Das neunminütige Epos „Wolkenbruch“ und das darauffolgende „Auferstehung“ beginnen ruhig, steigern sich aber im weiteren Verlauf. „Ritual“ beginnt mit orientalisch klingenden, cleanen Gitarren, bevor punkig drauflos gepoltert wird und sich das Tempo weiter steigert. Eher Post-Black Metal-mäßig geht es im Abschlusstrack „Ur“ zu, das auf beachtliche achteinhalb Minuten Spielzeit kommt. Man sollte sich von dem irreführenden Bandnamen nicht einschüchtern lassen. Die Musik ist viel schneller und frostiger und vor allem viel weniger abgedreht als zunächst vermutet. Dennoch ist eine düstere und bedrohliche Atmosphäre immer in der Musik vorhanden, die auch bei fast einer Stunde Spielzeit immer spannend und interessant bleibt und nie langweilig wird. Die dünne, transparente Produktion unterlegt die klirrende Kälte der Songs perfekt. Fans von Bands wie Der Weg Einer Freiheit, Der Rote Milan, Agrypnie, Wolves In The Throne Room, Imperium Dekadenz oder The Ruins Of Beverast sollten hier die Lauscher aufsperren!

Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller


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