MANDOKI SOULMATES - LIVING IN THE GAP / HUNGARIAN PICTURES


Label:SONY MUSIC
Jahr:2019
Running Time:111:57
Kategorie: Neuerscheinung
Non Metal
 

Leslie Mandoki ist ein Musiker/Sänger mit einem politischen Anliegen. Ihm selbst ist seine eigene Flucht und dessen positiven Konsequenzen, die ihm in unserer Heimat zu Teil geworden sind, noch recht lebendig und er macht keinen Hehl daraus es kund zu tun. Textlich ist es ihm auf seinem aktuellen Album mit den „Soulmates“, ein Wunsch die Kluft zwischen den Menschen zu schließen. Sei es die zwischen politisch anders Gesinnten oder den Alten und den Jungen. Die Musik soll die Menschen als Einheit zusammenführen. Doch er meidet genauso wenig den bitteren Unterton um aufzuzeigen, dass wir hierzulande, nach dem Fall der Mauer, mit unseren Möglichkeiten, zum Teil gescheitert sind. Dennoch, ein hehres Ziel. Nicht unbedingt ein neues Konzept aber charmant umgesetzt. Mister Mandoki der nach seiner Zeit bei Dschinghis Khan als Solist zu seinen Jazz-Wurzeln zurückfand, nutzt auch heuer diese Ausrichtung für seine aktuellen Kompositionen. Die sind allerdings nach einer derart langen Wartezeit (das letzte Album erschien im Jahr 2004) zweigeteilt. Ein Doppelsilberling ist es geworden. Während auf dem ersten Rundling zwölf zugängige Jazz-Pop, Rock und Weltmusik-Songs ihren Weg bahnen, serviert der Drummer auf „Hungarian Pictures“, acht Beiträge des ungarischen Komponisten Belá Bartók.

„Living In The Gap“ offeriert gleich ganz zu Anfang die drei großen Hits des Albums: den Opener und Titeltrack, der großartige Song „Young Rebels“, mit seinem sehr gelungenen Refrain (gemeint sind hier sowohl Text, als auch der Ohrwurmcharakter), als auch die herrliche Ballade „Turn The Wind“. Der mir liebste Hit ist allerdings „Old Rebels“. Dieser schließt die Runde zu der ähnlich gebauten Nummer „Young Rebels“. Das hätte man auf dem Album auch hintereinander spielen können. Das große Plus dieser Produktion ist das immense Aufgebot an verschiedenen Mitstreitern, insbesondere Sängern. Nicht nur werden die Songs einzelnen Stimmen zugeordnet…einige Tunes erfahren die Stimmen aller Beteiligten. Da unsere Leser sich immer an Namedroppinglisten erfreuen, werde ich an dieser Stelle aktiv: Bobby Kimball (ex-Toto), Chris Thompson (ex-Manfred Mann´s Earth Band), Ian Anderson (ex-Jethro Tull), Jack Bruce (ex-Cream), Peter Maffay, Tony Carey (ex-Rainbow), Gitarrist Al Di Meola, Saxophonist John Helliwell (Supertramop), Drummer Simon Phillips (The Who), Leslies Tochter Julia Mandoki, Nick Van Eede (ex-Cutting Crew), Jesse Siebenberg (Sohn des Supertramp Drummers Bob Siebenberg, nun ebenfalls im Line-Up der alten Helden) als auch die berühmten Jazz-Musiker Mike Stern (Gitarre), Bill Evans (Saxophon) und Randy Brecker. Es gab noch etliche Teilnehmer mehr aber wir wollen den Rahmen hier nicht sprengen.

„Hungarian Pictures“ wurde in der Vergangenheit bereits von Leslie und seinen beiden leider verstorbenen, musikalischen Weggefährten Greg Lake von Emerson, Lake & Palmer sowie Jon Lord von Deep Purple konzipiert. Da auch der ungarische Komponist Béla Bartók, Musik aus den verschiedenen Stilen und Regionen mischte, passt die Prog-Art Jazz-Rock Variante des Protagonisten Mandoki, herrlich in die Melange. Natürlich ein komplizierteres Werk als das verträumte „Living In The Gap“ und für den Nicht Jazz-Fan des Meister eine Herausforderung aber schließlich wächst man mit seinen Aufgaben. Das Doppel-Pack erscheint im klappbaren Gatefold und einem recht fetten Booklet, samt der Lyrics und einer reichlichen Anzahl an Fotos. Ein wichtiges Dokument musikalischer Zeitgeschichte.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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