LOST JOURNEY - DAY ONE


Label:SELBSTVERTRIEB
Jahr:2018
Running Time:25:10
Kategorie: Import
Eigenproduktion
 
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Lost Journey kommen aus einem italienischsprachigen Kanton im Süden der Schweiz und spielen laut eigener Facebook-Seite und Metal Archives Progressive Metal. Dies stimmt aber eigentlich nur bedingt, wenn man den Klängen dieser Mini-CD lauscht. Denn obwohl die Musik nachweislich sehr gut gespielt und facettenreich ist, muss man hier - vor allem aufgrund des weiblichen Gesangs - wohl eher von zeitgemäßem Symphonic Metal sprechen. Ein seichtes Piano-Intro eröffnet die CD, bevor es richtig losgeht. „Through Our Lives“ ist ein cooler Midtempo-Stampfer, der mich etwas an „See Who I Am“ vom „The Silent Force“-Album von Within Temptation erinnert. „Atlantis“ geht dagegen zunächst sehr in Richtung Evanescence, hat aber einen verspielten Mittelteil mit fetten, opulenten Chören. Hier wird zwischendurch auch modern und groovig gestampft, was aber richtig Pepp in die Musik bringt. Das darauffolgende „Silence“ wird seinem Titel gerecht und ist ziemlich balladesk gehalten, steigert sich aber später und enthält auch Doublebass im eingängigen Refrain. Immer wieder wird alles mit Orchestrierungen aufgelockert. „The Fortress Of Time Pt. 2“ beginnt mit cleanen Gitarren und einer gesprochenen Passage, bevor der gefühlvolle Gesang von Diane Lee einsetzt, die eigentlich Diane Balzari heißt; ihr persönlicher Tribut an Amy Lee von Evanescence, was man gesanglich auch hört. Aber der letzte Track bleibt nicht ruhig, sondert steigert sich langsam. Bei den Gitarrensoli hat man tatsächlich das Gefühl, einer Progressive Metal-Scheibe zu lauschen. Die Musik ist ausgefeilt, der Gesang phänomenal und die Produktion blitzsauber und druckvoll. Lost Journey klingen zu jeder Sekunde professionell und massentauglich. Leute, die sonst keinen Symphonic Metal oder modernen Metal mögen, sollten sich hier nicht kategorisch abwenden. Für Fans von den bereits erwähnten Evanescence und Within Temptation, aber auch Epica oder After Forever sind Lost Journey aber definitiv Pflicht; für Progressive Metal-Fans, die keine weitere Dream Theater-Kopie brauchen und auch nichts gegen tiefer gestimmte Gitarren haben, übrigens auch! Ein erstes, vollwertiges Album mit komplett anderer Tracklist ist übrigens für 2019 angekündigt! 

Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller


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