DAWN OF WINTER - PRAY FOR DOOM


Label:I HATE
Jahr:2018
Running Time:51:59
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Sechs Jahre nach der EP- The Skull Of The Sorcerer, kommt das was sich auf dem letzten Sacred Steel Album von 2016 mit dem Stück "The Sign Of The Skull", schon irgendwie angedeutet hat, ein neues Dawn Of Winter Album. Hier wird die Doom Messe in Ihrer reinen Form, voller Hingabe gelesen und man wird sanft von warmen Händen, in das Leichentuch gehüllt und zur Hel gebettet. Das kann dem kalten, leblosen Körper eigentlich egal sein, aber der würdevolle Umgang mit dem zur ewigen Ruhe verdammten, in Verbindung mit dieser unbändigen Leidenschaft, ist eine Bereicherung für das weitere Seelenleben und von Störung der Totenruhe weit entfernt. Die Passion und die Liebe für den wahren Doom, ist zu jeder Sekunde spürbar. "A Dream Within A Dream", eröffnet die Pforten und lässt einen zu Beginn tief und weich fallen. Gerrit spannt seine Melodiebögen bei diesem Lied und auf dem gesamten Werk, auf eine wunderschöne Art und Weise, wie eine leuchtende Grabkerze welche Hoffnung und Hoffnungslosigkeit zugleich, sowie Trost und Zuversicht spendet, aber auch Leiden, grenzenlosen Schmerz und die Vergänglichkeit in Ihrem morbiden Formen symbolisiert. Das Feeling mit welchem die Rhythmusfraktion, bestehend aus Dennis Schediwy (Drums) und Joachim Schmalzried (Bass) zu Werke geht, ist unbeschreiblich. Entweder man hat es, oder man hat es nicht. Diese beiden haben es wohl auch für alle die, welche es nicht haben dürfen mit gepachtet. Jörg M. Knittel an der Gitarre, spielt mal wieder in seiner ganz eigenen Liga. 

Das zweite Stück "The Thirteenth Of November", trägt einen weiter und tiefer in die Unterwelt. "Woodstock Child" stampft und treibt, ehe man im Refrain lieblich in eine andere Dimension gebeamt wird. Die erste Strophe mit: ,,I was born much too late - But the feeling's inside - There's a dream deep within - Hiding from the world outside'', sagt eigentlich alles. Das passt wie der Zuckerwürfel auf das Ticket. Bei "The Sweet Taste Of Ruin" ist der Titel Programm. Mit "Pray For Doom" folgt das Herzstück dieser vertonten Aufopferung. Wie es so passend am Ende des Liedes heißt ,,Into the ground- Into the soil- Into the grave". Danach folgt "The Orchestra Bizarre", das schnellste Stück der Platte. Dieses Lied wurde genau an die richtige Stelle gesetzt und klingt in diesem Kontext wie eine Erweckung. Mit "Paralysed By Sleep" wird dann wieder untergetaucht. Beim abschließenden "Father Winter" läuft es mir immer wieder Eiskalt den Rücken runter. Wie oft stand man schon bei eisigem Wind und innerlichem Frost vor einem offenen, kargen Grab und hat sich dabei fast die Zehen abgefrohren. Diese Assoziationen der Emotionen und Gefühlsregungen welche irgendwo in den grauen Zellen abgespeichert sind, übertragen sich für mich unweigerlich beim Hören des Liedes auf den eigenen Körper. „Pray For Doom“ ist nicht einfach nur eine neue Scheibe einer Doom-Band welche seit fünfundzwanzig Jahren in der gleichen Besetzung fungiert und dabei einige Demos und EPs, sowie jetzt hiermit Ihren dritten Longplayer veröffentlicht hat. „Pray For Doom“ ist ein vorherrschendes Lebensgefühl. Es bleibt mir leider verwehrt die Lieder einzeln in Ihrer Schönheit und in angemessener Form zu beschreiben, da ich hierfür nicht die geeigneten Worte finde. Danke an Dawn Of Winter das wir an Elementen von eurem innersten teilhaben dürfen.

Note: 9.5 von 10 Punkten
Autor: Jörg Quaquil


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