OTTONE PESANTE - APOCALIPS


Label:B.R.ASS
Jahr:2018
Running Time:43:53
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Ottone Pesante kommen aus Italien und sind ein Vertreter des Brass Metal, welcher auf übliche Tasteninstrumente und Gitarrensaiten komplett verzichtet und die Melodien und Lead-Themen, aus Blasinstrumenten hervorbringt. Die Italiener arbeiten mit einer Trompete, einer Posaune und einem Schlagzeug, was natürlich dem Ganzen eine recht jazzige Note verleiht. Ich gebe unumwunden zu, dass ich dem Jazz eher abgeneigt bin, und harre daher der Dinge, die da kommen mögen. "Shining Bronze Purified In The Crucible" eröffnet genau in diesem jazzlastigen Muster. Wenn man will, kann man aus den heftigeren Tunes, so etwas wie Metal-affine Riffs ausmachen und die Posaune, neben dem Schlagzeug, als weiteres Rhythmuselement betrachten, die hier faktisch den viersaitigen Tieftöner ersetzt. Bei "Lamb With Seven Eyes", wird die Geschwindigkeit hörbar angezogen. Mir fällt es allerdings schwer, diese reinen Blasarrangements, außerhalb der typischen Marschmusik, einem anderen Genre, geschweige denn dem Metal zuzuordnen. "Bleeding Moon", erinnert mich anfangs an die Filmmusik zu "Blade Runner", mit Harrison Ford in der Hauptrolle. Nach etwa einer Minute Spieldauer nimmt die ganze Chose ein etwas chaotisches, vielleicht an Punk, erinnerndes Gefüge an. Nach dem durchweg rasend schnellen "Angels Of The Earth", wo die Bläser kaum noch als solche auszumachen sind, steigt "The Fifth Trumpet", recht bedrohlich ein. Und erst bei diesem Track, im hinteren Drittel, wenn man so will, versprühen die Instrumente einen Hauch von schwarzmetallischem Gedankengut. Dazu passend sind hier gleichsam erstmalig vernehmbare, urwüchsige Kreischlaute integriert. "Locusts´ Army", "Seven Scourges", mit einem längeren Schlagzeugteil und das wuselige "Twelves Layers Of Stones", titeln die nächsten Stücke. Mit dem schweren "Doom Mood", es ist schon interessant zu hören, wie mittels Trompete und Posaune, solche melancholischen Stimmungen transportiert werden können, endet diese hoch experimentelle Machwerk. Wer interessiert ist und im Hinterkopf ein kleines Faible für Blaskapellen hat, sollte mal ein Ohr riskieren.

Note: 5 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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