WARREL DANE - SHADOW WORK


Label:CENTURY MEDIA
Jahr:2018
Running Time:41:43
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Immer wenn beliebte Musiker sterben, dauert es eigentlich nicht lange, und ein neues Album erscheint. Und dann ist auch bald Weihnachten. Ex-Sanctuary- und Nevermore-Sänger Warrel Dane starb vor knapp einem Jahr während der Aufnahmen zu seinem zweiten Solo-Album, welches uns nun hier vorliegt. Sein erstes Solo-Werk „Praises To The War Machine“ erschien 2007. Nun erscheint also das zweite und letzte Album posthum. Seit der Auflösung von Nevermore war er wieder mit seiner alten Band Sanctuary unterwegs, deren Metal sehr viel klassischer ist. Von daher konnte man gespannt sein, wie „Shadow Work“ denn klingen würde. Von seinen Ex-Kollegen hat hier aber niemand mitgearbeitet. Drei Brasilianer dienten als seine Backing-Band, die sonst klassischen Heavy Rock mit Addicted To Pain machen. Ich hatte es fast so erwartet, aber es klingt wieder mehr nach Nevermore, soll heißen: Die Musik ist deutlich moderner, grooviger und auch sperriger ausgefallen. Zunächst eröffnet ein Intro den Reigen, bei dem Warrel Dane recht episch singt, danach folgen sieben Songs mit normaler Länge. Ob es ursprünglich mehr Songs werden sollten (schließlich starb er ja während der Aufnahmen), ist mir nicht bekannt. Dieses Album gibt den Fans aber das, was sie nach der Auflösung von Nevermore so vermisst haben: beinharten, brachialen, progressiven und modernen Metal, mit vielen Taktwechseln und Breaks. Eingängig geht anders! Der Spielfluss fehlt hier völlig. Die Mucke ist schon recht chaotisch. Struktur bekommt „Madame Satan“ eigentlich nur durch den Gesang. „Disconnection System“ kommt deutlich getragener daher. „As Fast As The Others“ hat schöne Leadgitarren und seichte Chöre. Die Gitarren sind tief gestimmt, das Schlagzeug hörbar getriggert und das Songmaterial schwer zugänglich. Am ehesten würde ich „Shadow Work“ mit „The Politics Of Ecstasy“ vergleichen. Nevermore-Fans dürften mit diesem Album also keine Probleme haben. Sanctuary-Fans sollten „Shadow Work“ aber eher mit Vorsicht genießen…

Note: 6.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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