THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA - INTERNAL AFFAIRS


Label:NUCLEAR BLAST
Jahr:2018/2012
Running Time:60:33
Kategorie: Re-Release
 
zurück  |  vor

Nachdem ich bei CROSSFIRE bereits über die letzten beiden Alben, nämlich "Amber Galactic" von 2017 und "Sometimes The World Ain´t Enough", aus diesem Jahr, der zusammengewürfelten Truppe, um Protagonisten von unter anderem, Arch Enemy (Sharlee D`Angelo am Bass), Soilwork (Björn Strid am Mikro und David Andersson an der Gitarre) oder Jonas Källsbäck (Schlagzeug bei Mean Streak) berichten durfte, geht es nun zurück zu den Anfängen. Offensichtlich dem Hype um die Retrogruppe geschuldet, werden am 23. November 2018, die beiden Vorgängeralben, die damalig über das italienische Label Coroner Records released wurden, nun wieder veröffentlicht. Beginnen wir mit dem Debütalbum "Internal Affairs" von 2012. Die Geschichte der Band kann bis in das Jahr 2007 zurück datiert werden, als sich, während einer Tournee der Band Soilwork in Nordamerika, der Sänger Björn Strid mit dem Gitarristen David Andersson über den Classic Rock der 80er-Jahre unterhielt. Aus dieser Idee heraus entstand dann, namentlich passend, die Gruppe "The Nightflight Orchestra", die später durch die übrigen, oben erwähnten, Members komplettiert wurde."Siberian Queen", ein mit ordentlich Pop und mitnehmenden Tunes garnierter Hardrocker der Extraklasse eröffnet das knapp einstündige und zwölf Tracks umfassende Opus.

Während auf späteren Alben der kitschige AOR mehr und mehr die Überhand gewinnt, gibt es hier eine richtig wummende Hammond-Orgel und feinsten Gitarrenrock. Mit ein bisschen Kiss-ähnlichen Riffern und zwischendrin coolen "Woohoo"-Chören eröffnet das flotte und frisch daher trabende "California Morning". Die hippigen 70er-Jahre, standen Pate für das wärmere, hoch melodiöse und phasenweise ganz sanft vorgetragene "Glowing City Madness". "West Ruth Ave" ist stilistisch ähnlich und kommt zusätzlich mit leichter Funknote daher. Ein bisschen The Beatles oder opulenter Rock von ELO (Electric Light Orchestra), gibt es auf dem nur leicht bluesigen "Transatlantic Blues", das nach hinten raus mit tollen, groovigen Klampfen überzeugt. Mister Källsback hat dann seinen großen Auftritt beim Start von "Miami 502", ein Lied, welches sich im weiteren Verlauf als übergenialer Anspieltipp herauskristallisiert und fast an den Groove und die Hooks eines "Perfect Strangers" von Deep Purple erinnert. Richtig funkig ist der Titeltrack "Internal Affairs". Wunderbaren, melodischen Rock mit feinen Refrains und der richtigen Lockerheit für das pure Offroadvergnügen bietet "1998" und ähnliche Fußstapfen verfolgt gleichsam das stellenweise allerdings etwas konstruierte "Stella Ain´t No Dove".

Ordentlich Mähneschütteln ist dann bei "Montreal Midnight Supply", mit richtig abgehenden Licks angesagt. Nach "Miami 502" ist dieses Stück der nächste Burner. "Green Hills Of Glumslöv" wird mit Gefühl vorgetragen, hat aber für eine echte Ballade noch zu viel Drive. Verwenden wir lieber den Begriff erfrischende Powerballade, mit temporär eingestreuten Mitmachteilen. Den Abschluss macht "Song For Ingebörg", mit bislang noch nicht gehörten Latin Rock Elementen, die aber richtig gut zünden. Ich hätte es nie erwartet, aber mit diesem Erstlingswerk liefern The Nightflight Orchestra eine richtig geile Scheibe ab, die noch merklich im kräftigeren Hardrock angesiedelt und viel besser als die beiden letzten Pressungen zündet. Die Schweden sind hier viel variabler, kreieren Funkkomponenten und Weltrockanteile. Hier klingen die Vocals noch gefällig. Der Schliff ist noch nicht kantenfrei und Abwechslung wird ganz groß geschrieben. Ein tolles, mit Abstand das bislang beste Album der Supergroup.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


zurück zur Übersicht