ALICE IN CHAINS - RAINIER FOG


Label:BMG / WARNER
Jahr:2018
Running Time:54:02
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Alice in Chains kommen aus Seattle in Washington und werden, wenn es um den Grunge der 90er-Jahre geht, in einem Satz mit Heroen wie Nirvana, Soundgarden oder Pearl Jam genannt. Man gründete sich 1987, löste sich 1999 auf und reunierte in 2005. Nach dem Tod des, die ersten drei Scheiben prägenden Sängers Layne Stayley im April 2002, übernahm William Duvall das Mikro, so dass man mit Release von "Black Gives Ways To Blue" in 2009, faktisch Alice In Chains, Part II, bekam. "The Devil Put Dinosaurs Here", ist von 2013 und geschlagene fünf Jahre, bis Ende August 2018, dauerte es dann, bis mit "Rainier Fog", das erst sechste Album fertig gestellt wurde. Bei den langen Schaffensperioden ist man schon fast gewillt an eine Wiedervereinigung zu denken oder muss man wieder etwas Geld zusammen scheffeln? Mit abgehackten Licks, gut aufeinander abgestimmten Gesangsteilen von William Duvall und Gitarrist, als auch Gründungsmitglied Jerry Cantrell, steigt der Midtempokracher "The One You Know" ein. Mit typischem, allerdings mit guten Tunes, massengerecht aufgearbeitetem Grunge mit ziehenden, leicht schrägen Refrains und das Tempo noch nicht wirklich straff, folgt mit "Rainier Fog" der Titeltrack. "Red Giant" ist schleppend, dunkel und folgt mit seinen stampfenden Rhythmen durchaus metallischen Bahnen, natürlich ohne das leicht Psychedelische ganz außer Acht zu lassen.

Mit "Fly" folgt eine sehr balladeske Nummer, in Begleitung einer stromlosen Gitarre. Langsam, mit ordentlicher Doom-Note groovt "Drone" daher und hier und da gibt es vom Sänger ein paar aggressivere Shouts. Wir bleiben im dunklen Genre und folgen dem schleppenden "Deaf Ears Blind Eyes", das seine wahren Qualitäten, wenn denn vorhanden, wohl erst nach einigen Durchläufen offenbaren wird. Mit "Maybe", was mich zunächst an die experimentelle, von Hanfblättern und anderen stimulierenden Floren geprägte Phase von The Beatles erinnerte, wird noch weiter verlangsamt. Mit "So Far Under", gibt es erstmalig wieder etwas Druck unter dem Kessel. Allerdings gehen mir diese leicht melancholischen, weiterhin von stimulierenden Dämpfen geprägten Exzesse, mittlerweile etwas auf den Sender. "Never Fade" legt zwar die Schräge nicht ganz ab, kann aber zumindest wieder mit ordentlichen Gitarren und annehmbaren Gesangsteilen aufwarten. Zum Schluss gibt es mit "All I Am", nochmal eine Ballade. Was sonst ist man schon gewillt zu fragen. Dieser Song weiß allerdings durchaus zu gefallen. Alice in Chains können mich mit ihrem neuen Output nur in Teilen begeistern. Da hätte ich, gerade bei dem Namen und nach der langen Pause, deutlich mehr erwartet.

Note: 6 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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