HERMANN - DISART BRUT: MAUSOLEUM


Label:BLEEDING HEART NIHILIST
Jahr:2018
Running Time:38:46
Kategorie: Neuerscheinung
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„No Keyboards, no effects, no trendy occult shit“ heißt es auf der Facebook-Seite der Berliner mit dem etwas seltsam anmutenden Bandnamen Hermann, die eine Mischung aus Black Metal und Crustpunk spielen und gerade ihr zweites Album hinlegen, welches es in physischer Form übrigens nur auf Vinyl im Gatefold und auf dreihundert Einheiten limitiert gibt. Das stimmungsvolle, vierminütige Intro „Intrauma“ mit dem Feuerprasseln und den mystischen Trommeln im Hintergrund lässt noch nicht wirklich erahnen, worum es hier geht. Bei „Pervitin“ brechen Hermann aber in wütende Hochgeschwindigkeitsorgien aus. Sie lassen es ordentlich scheppern. Aber „Der Marder.Angstmilch.Amputation“ und „Die Pauke Vier Mal“ nehmen das Tempo wieder raus und bestechen mit tonnenschwerer, doomiger Trägheit. Untermalt von der richtig wütenden, angepissten Rotzigkeit des Gesangs von Frontmann Jennerjahn kommt hier ein düstere, bedrückende Stimmung auf, zumal innerhalb der zwischen fünf und sieben Minuten langen Songs eigentlich nicht allzu viel passiert. Die A-Seite musste erstmal überstanden werden, aber die Qualität bleibt auch auf der B-Seite dementsprechend hoch, die mit dem rasend schnell geknüppelten „Herz Ungewollt“ genauso flott beginnt, wie die A-Seite nach dem Intro. Bei „Zitzenwald“ bleibt das hohe Tempo zunächst gleich, allerdings wird hier später sogar noch Black Metal-mäßig geblastet! Die Steigerung des Tempos war nicht vorhersehbar und funktioniert doch so gut! Nach einem doomigen Mittelpart wird man zum Schluss wieder etwas schneller. Der über siebenminütige Abschlusstrack „Schaedelbourgh Halbmast“ verlangt dem Hörer dann auch nochmal alles ab. Mit trägem Beginn gibt es hier noch einmal wütende Raserei. Die Gitarren klingen immer schrammelig, manchmal auch etwas disharmonisch, was aber vermutlich Absicht ist und nicht weiter stört. Neben Black Metal und Sludge verarbeiten Hermann aber auch eine punkige Attitüde, die dem Ganzen eine gewisse Rotzigkeit verleiht. Die Produktion ist zwar nicht sauber, die Musik aber auch nicht. Alles klingt in sich schlüssig. Ich kenne mich mit Crust kaum aus, daher kann ich kaum Vergleiche nennen… Iskra, Nihilatör und Antabus vielleicht, auch wenn das nicht so richtig passen will. Egal! „Disart: Mausoleum“ knallt an allen Ecken und Enden und überzeugt mit eigenständigem und wütendem Sound durch die Bank, man muss allerdings in der Stimmung dafür sein! Empfehlenswert!

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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