FLORIAN GREY - RITUS


Label:ECHOZONE
Jahr:2018
Running Time:48:20
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Es ist einige Zeit verstrichen, seit dem Debütalbum “Gone“, aus dem Jahr 2015 und was als Soloprojekt begann hat sich mittlerweile zu einem ausgereiften Werk Namens “Ritus“ entwickelt. Neben Florians drei Mitmusikern, alias Von Marengo (Gitarre), Yannik “Rage“ Bockelmann (Schlagzeug) und Simon Zlotos (Keyboard/Bass) , unterstützen Produzent Hilton Theissen, sowie Hell Boulevard Frontmann Matteo Fabbiani, mit ihrer Erfahrung und Kompetenz, das musikalische Schaffenswerk. Eine große Einheit ist zusammen gewachsen. Der Opener “Blucifer“ beginnt anfänglich mit feinen synthetischen Klängen, gefolgt von Bass und treibenden Schalgzeugspiel. Florians Gesangpart erinnert mich dabei ein wenig an HIM. Der Sound erklingt düster rockig und geht sofort ins Ohr. “Until We Down“ ist seicht melancholisch und startet zu einem opulenten Hörgenuss. Ruhige und ausgewogene Gesangseinlagen  verzaubern “Bereft“ zu einer Art dunkelmystischen Ballade, die sofort ins Blut übergeht. Flotter Rhythmus in “My Babylon“ treibt zum Tanzflächenbeat an. Der eingängige Refrain lädt zum mitsingen ein. Zwei weitere aufeinander folgenden Tracks “Growing Under“ und “Glimmer“, sind genau richtig für eine düsterromantische Zeremonie und laden ein wenig zum Träumen und Abdriften in andere Gefilde ein. Das mag auch daran liegen, dass  die Melodic darkpoppiger und seichter hörbar ist. Dann folgt die etwas andere Komposition von “Relief“, ein Gesangsduett zweier stimmgewaltiger Fluten mit Matteo Fabiani und Florian Grey. Klasse Groove! Einmal bitte tief durchatmen und Luft holen zum instrumentalen “Paraphase“.

Könnte fast ein Soundtrack sein für eine Horrorserie. Das nächste Stück liebt an. Pulsierende Synthievibes treiben weiter vorwärts und haben mich fest im Griff. Ich lasse mich zum „The Unknow Pleasure“ Sound auf einer Welle der guten achtziger Darkwavezeiten treiben. “A Cold Days Night“ zwischen Hoffnung, Glaube, Himmel und Gezeiten fühle ich mich hin und her gerissen. Nie waren die innerlichen Stimmungsschwankungen ausgeglichener und ich verzeichne ein absolutes Gänsehautfeeling. Klasse Gitarren Hookline sticht hier besonders hervor. Man möge sagen ich wäre gefangen oder gar hypnotisiert von Florians Stimme. Ich denke über so vieles nach, was in meiner Vergangenheit zurückliegt. Die Musik macht mich derweilen ein wenig nachdenklich im positiven Sinne. “Blood In A Shell“ passt, um die Stimmungslage wieder aufzuhellen und dieses bisherige Gefühlserlebnis auszugleichen. Musik ist eben doch die bessere Medizin, sage ich an dieser Stelle und sie kann mich immer wieder beflügeln. Ein würdiger Abschlussakzent ist “Catharsis (Closing Ceremony)“ und setzt meine Empfehlung an dieser Stelle. Kauft Euch “Ritus“ und lasst Euch in die Welt von Florian Grey entführen. Zeigt der Welt, dass in Euch kreative Ambitionen stecken, geleitet von dieser fantastischen Musik.

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Britta Rönsch


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