THE AMSTERDAM REDLIGHT DISTRICT - SAPERE AUDE


Label:RED LIGHT
Jahr:2018
Running Time:35:23
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Entertaining and powerfull Rockband. So beschrieben sich die vier Jungs von The Amsterdam Red Light District selbst. Dass sie nicht wirklich Rock spielen, zumindest nicht im klassischen Sinne, kann man sich schon beim Namen denken. Es handelt sich um einen Satz, da kann das doch nur eine Core-Band sein. Richtig. Mit powerfull und entertaining treffen sie allerdings den Nagel auf den Kopf. Ihre Musik ist schnell, druckvoll und hat auf jeden Fall einen hohen Unterhaltungswert. Am zweiten März dieses Jahres erschien ihr Album “Sapere Aude“. Der Name ist ein lateinisches Sprichwort und bedeutet so viel wie „wage es, weise zu sein“. Darauf packen die Franzosen die sich nach einem bekannten Bezirk der niederländischen Metropole Amsterdam benannt haben, zehn Brand neue Tracks. Ohne Intro startet das Album gleich mit einem schnellen Song namens „Nobody Moves Like You“. Ein super Titel um dazu Party zu machen. Nicht unbedingt ihr härtester Song aber sehr eingängig. Sänger Elio Sxone arbeitet fast ausschließlich mit Cleargesang, nur vereinzelt werden Shouts benutzt. Insgesamt ist der Ton des Albums allerdings doch etwas härter. So zum Beispiel beim Titel „Carry On“ der etwas schleppend beginnt, doch mit einsetzendem schreien nimmt der Track Fahrt auf, hier wechseln sich Shouts und Cleargesang ab, gehen manchmal sogar fließend ineinander über, während die Giattre ordentlich Druck aufbaut, Dieser Song eigenet sich wunderbar um den Sound von The Amsterdam Red Light District zu repräsentieren, dachte sich wohl auch die Band selbst und produzierte kurzerhand einen Videoclip dazu. Mein favorisierter Song des Albums trägt den Namen „Over The Fence“. Hier hört man zunächst wie eine Tastatur angeschlagen wird, Wählgeräusche eines Telefons, eine automatische Ansage dass man verbinden wird. Danach ein im Core gern verwendetes Element, Breakdown, dann Vollgas. Sxone brüllt sich die Seele aus dem Leib während seine Band ein stimmiges Klangbild erzeugt dass die Kraft der Stimme schön hervor hebt. Kombiniert mit dem Ohrwurm-Refrain im Cleargesang wird das Gesamtpaket zu einem Song der im Ohr bleibt. Zwar gibt es für „Sapere Aude“ kein Intro, allerdings ein Outro das sowohl satirisch als auch sozialkritisch ist. Zum Klang eines Windspiels hört man zunächst Reporterstimmen zu einem Bombenangriff, danach die Aussage „make our planet sick again“. Anschließend sind Ausschnitte von Reden des US-Präsidenten Donald Trump zu hören, die schön unterstreichen dass ihm offensichtlich der Mut dazu weise zu sein ab geht. Aber zurück zur Musik, Core ist ja bekanntlich nicht jedermanns Sache, wer diese Musik allerdings mag, der sollte sich diese Scheibe durchaus einmal zu Gemüte führen. Was The Amsterdam Redlight District machen, machen sie auf hohem Niveau.

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Chris Föhrenbach


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