MICHAEL SCHENKER FEST - RESURRECTION


Label:NUCLEAR BLAST
Jahr:2018
Running Time:52:38
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Als ich von der neuen CD von Michael Schenker Fest gelesen hatte, dachte ich zunächst an ein Live-Album. Ich hielt den Namen für eine Anlehnung an das Ozzfest. Seltsamerweise handelt es sich hier um einen Bandnamen, den ich persönlich nicht gut gewählt finde. Michael Schenker ist im Umgang mit Mitmenschen und Mitmusikern immer schon eine umtriebige und schwierige Person gewesen. Immer mal wieder Gastspiele bei UFO und den Scorpions, MSG mal als Michael Schenker Group und mal als McAuley Schenker Group, anstatt sich mit einer Band mal über längere Zeit hinweg dauerhaft zu etablieren. Seit 2011 gab es drei Alben mit Michael Schenker´s Temple Of Rock, wo auch die beiden Ex-Scorpions-Recken Francis Buchholz (Bass) und Hermann Rarebell (Schlagzeug) mitwirken. Er schien endlich ein neues zu Hause gefunden zu haben. Und nun kommt (mal wieder) ein neues Projekt ans Tageslicht: eben Michael Schenker Fest. Ich sage extra Projekt und nicht Band, denn genau diesen Anschein verleiht dieses Album, auf dem sich der Saitenhexer gleich vier Sänger ins Boot gelotst hat, nämlich Gary Barden, Graham Bonnet, Robin McAuley und Doogie White, also alles Frontröhren, mit denen er in den letzten elf Jahren ohnehin schon zusammengearbeitet hatte. Zudem gibt es beim Opener „Heart And Soul“ auch ein Gitarrenduell mit Metallica´s Kirk Hammett, der immer schon ein großer Fan Michael Schenkers war. Der getriggerte Schlagzeug-Sound fällt dabei aber viel mehr ins Gewicht, und zwar negativ. Von der Rhythmik her wirkt alles sehr stumpfsinnig, obwohl der Gesang dagegen richtig geil ist. „Warrior“ beginnt ruhig und geht dann in einen schleppenden Rhythmus über, wirkt aber auf Dauer ideenlos und deplatziert. „Take Me To The Church“ ist jedoch eine coole, hymnische AOR-Hymne mit Ohrwurmcharakter, inklusive kurzem Orgel-Solo. „The Girl With The Stars In Her Eyes“ groovt am Anfang ganz gut, plätschert aber auch irgendwie nur so dahin… Der treibende Titeltrack, mit Doublebass unterlegt, knallt dann anfangs ordentlich, aber genau dieses Problem erstreckt sich über das gesamte Album hinweg: Wenn ein Track geil beginnt, kann er das Niveau nicht halten. Natürlich sind alle Musiker und Sänger hier über jeden Zweifel erhaben und verstehen ihr Handwerk, es gibt auch immer mal wieder tolle Momente, aber der Aha-Effekt verpufft immer viel zu schnell. Auch wenn Michael Schenker das nicht gerne lesen wird, aber da haben selbst die seichteren „Hausfrauen“-Alben der Scorpions mehr Hand und Fuß, vor allem aber eine eigene Handschrift gehabt. Ist im Prinzip nicht schlecht (bis auf die Schlagzeug-Produktion), aber ein Fest ist dies hier nicht; auch nicht für alt eingesessene Fans…

Note: 6.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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