KILBEY KENNEDY - GLOW AND FADE


Label:GOLDEN ROBOT
Jahr:2017
Running Time:47:23
Kategorie: Neuerscheinung
 
zurück  |  vor

Steven John Kilbey wurde 1954 in England geboren. Die Familie wanderte 1957 nach Australien aus und Steve wuchs unter anderem in Canberra auf. Nach einer klassischen Klavierausbildung ging er vermehrt im Rock auf, spielte den Bass bei Glam-Rock-Bands und gründete 1980 die psychedelische Rockband The Church. Daneben fertigte er mannigfache Soloalben an und kooperierte in diversen Musikprojekten. In den 90er-Jahren wurde seine Laufbahn zunehmend unter dem Einfluss von Drogen überschattet, so dass Mitte des Jahrzehnts die Band fast auseinanderfiel. Er wanderte nach Schweden aus, wo die Abhängigkeit seinen Höhepunkt erreichte und kehrte dann nach Australien zurück. Hier gestaltete er einen erfolgreichen Entzug. Heute ist er als Musiker, Sänger, Songwriter und Dichter einer der beliebtesten australischen Künstler. Seit längerem arbeitet er schon mit dem Elektronik-Musiker Martin Kennedy zusammen und erschuf mit ihm diverse Alben. Ihre neueste Langrille, die insgesamt fünfte, nennt sich "Glow And Fade" und erschien Ende 2017. Gleich der als Opener gewählte Titeltrack zeigt, wo die psychedelische Reise hingeht. Als melancholischen, verträumten Space Rock kann man diese warmem Arrangements mit sanften Vocals wohl am besten beschreiben, die im Gesang an Brit Rock / Brit Pop erinnern und in den Arrangements sich wohl am ehesten auf Pink Floyd gründen.

Es folgt das sechzehnminütige Epos "The Game Never Changes", was uns auf eine unbeschreibliche Space-Odyssee mitnimmt. Sehr ambient, mitnehmend, wohlklingend, erwärmend, traumhaft, entspannend aber gleichsam aufregend, abwechslungsreich, gewaltig. Das dürften wohl die am nächsten zutreffenden Attitüde sein, mit dem sich dieses proggige Monumentalwerk beschreiben lässt, welches nach neun Minuten in eine Pink Floyd - Anleihe der Extraklasse übergeht und nach weiteren vier Minuten in einem unglaublich stimmigen Gitarrensolo gipfelt. Nach dem ganz ruhigen "They Know" mit  stromlosen Klampfen, folgt das im Synthi-Pop angelegte "We Are Still Waiting". Die nächste Nummer, die da titelt "The Law Of The Jungle" und von dunklen Synthesizern lebt, dürfte von Anhängern von Depeche Mode und anderen Vertretern des Genre sehr wohlwollend aufgenommen werden. Mit "Levitate" werden die entrückten, versunkenen Spielereien, in ein mehr krautrockiges, wenn hier auch im Ganzen moderneres Gewand verpackt. Sehr proggig, mit cineastischem Ansatz und tanzbaren Rhythmen im Stile eines David Bowie wandelt "The Story Of Jonah" auf eher nachdenklichen, grübelnden, abwartenden Pfaden. Das atmosphärische "One Is All" setzt den gekonnten Schlusspunkt unter ein von kosmischen Sounds und wandelbaren Klanglandschaften geprägtes Album der Extraklasse.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


zurück zur Übersicht