HARPYIE - BLINDFLUG


Label:METALVILLE
Jahr:2018
Running Time:70:37
Kategorie: Neuerscheinung
 
zurück  |  vor

Harpyie das sind: Aello (Gesang), Mechthild (Geige), Podargo (Gitarre), Jean (Bass) und Kayran (Schlagzeug) aus dem ostwestfalischen Städtchen Bad Oeynhausen. Fünf fantastische Musiker, die sich mit Leib und Seele einer wahrhaftigen  Mischung aus Klängen des Mittelalter-Folkrock unter Metalleinflüssen verschrieben haben. Seit ihrer Gründung im Jahre 2011 haben sie viele Hürden genommen und sich stätig in ihrem Musikarrangements verbessert. Ausgereifter und stark verbessert gegenüber vergangener Zeiten, sind Harpyie ab Januar diesen Jahres mit der Neuauflage des Album “Blindflug“ auf dem Weg zu neuen Höhenflügen. Das Original erschien 2012 und ist mittlerweile vergriffen. Die aktuelle Auflage ist ein echtes Schmuckstück geworden vom Hören und Sehen, und insbesondere im akustischen Bereich viel feiner aufeinander abgestimmt. Das Zusammenspiel von Gesang und Darbietung diverser Musikinstrumente harmoniert und die Fans werden garantiert auf ihre Kosten kommen, wenn sie diesen Leckerbissen in den Händen halten. Es gibt eben zehn Songs in ganz neuer Gewandung.

Märchenhaft beginnt der Anfang mit dem Intro “Gen Siebenbyrgen“. Episch erklingt eine Stimme und  erzählt von Helden, Hexen und Zauberwesen. Angenehm schreitet “Hundertdreyssig“ voran und wird umrahmt von Mechthilds Geigenspiel und den zwischendurch erklingenden Kinderchorstimmen. Wie ein kleiner Wirbelwind erhebt sich “Nemo“ durch Aellos unverwechselbarere Stimme. Am Ende des Liedes wird es langsamer, gemächlich und leise und versinkt wie ein U-Boot im Meer. Schöne Inszenierung. Im Gegensatz dazu entfaltet sich „Die Tanzende Schlange“ von Anfang an durch starke Gitarrenakkorde und druckvolles Schlagzeugspiel, zu einem Ohrenschmaus in metallähnlicher Manier. Gefolgt von „Blindflug“ kommt ein Hauch von Mittelalterfeeling auf. Einer der schönsten Songs im neuen Stil ist „Luna“ mit seiner erfrischenden Art und abwechslungsreicher Dynamik, wie auf Flügeln getragen durch Raum und Zeit. Gefesselt von bisherigen Klängen ergreift die Melodie “Hexe Und Halunken“ die Oberhand, in einer typischen Manier aus Rauf- und Tavernenliedern der Mittelalter-Rockszene. Berührt von sanft eingeleiteten Tönen entfacht dann die heldenhafte Ballade von „Legenden“ einen Sturm an Glückseeligkeit. Des Sängers Organ versetzt den Hörer in eine Epoche uralter Zeiten. Mit “König Und Bettler“ wird es für kurze Zeit noch einmal etwas lauter. Wer jetzt noch denkt, das Ganze sei nicht zu toppen, der lasse sich eines Besseren belehren. Eine meisterliche Krönung der Neuauflage ist das bezaubernde Gesangsduett von Johanna Sophie Krins (Stimme von Bannkreis und Delva) und Aello.

Neben dem aufwendig gestalteten Digipack ist eine Bonus CD mit sechs unveröffentlichten Tracks und alternativen Versionen enthalten, bei dem befreundete Gastmusiker mitgewirkt haben. „Die Glorreichen Sieben“ erstürmt mit heldenhaft-stürmischem Gesang die Fanherzen und lässt sie höher schlagen. Von Streichern und Klavier begleitet zeigt die Akkustikversion von „Löwenherz“ eine weitere herausragende Facette von Harpyie. Dagegen ist der Song “Elisa“ im Subway To Sally-Remix von Simon Michael das Gegenteil. Ungewöhnlich hart bretternd wirkt „Two Face“ im Soulbound Remix, wie eine wilde Mischung aus Metall-und Industrialeinflüssen. Ein wenig theatralisch und geisterhaft inszeniert die eigenwillige Version „Karneval Der Kreaturen“ im Orchestral Remix. Diese muss sich jedoch hinter keinem anderen Werk verstecken. Zum Abschluss bekommen auch die Metallfans etwas zu Gehör, geliefert im Equilibrium-Remix mit Robert “Robse“ Dahn “Schöne Neue Welt“.

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Britta Rönsch


zurück zur Übersicht