ABYSMAL GRIEF - BLASPHEMA SECTA


Label:TERROR FROM HELL
Jahr:2018
Running Time:45:21
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Schon seit einiger Zeit habe ich eine Schwäche für die italienischen Doom Metaller Abysmal Grief, die schon seit 1996 ihr Unwesen im Underground treiben. Dennoch gibt es hauptsächlich (Split-) EPs von ihnen. Nun steht ihr fünftes Album „Blasphema Secta“ in den Startlöchern, welches im typischen Stil zwar wieder nur sechs Songs enthält, aber immerhin auf eine stolze Dreiviertelstunde Spielzeit kommt. Schon das düstere Orgel-Intro „The Occult Lore“ dauert drei Minuten. Es folgt das schaurig-schöne, fast zehnminütige „Behold The Corpse Revived“, welches auch als Filmmusik von „Nightmare Before Christmas“ durchgehen könnte. Doomige Dampfwalzen-Riffs werden unterlegt von gespenstischen Keyboards, Violinenklängen, Pauken und Glockenschlägen. Das Ganze wird von unterlegt von Black Metal-typischem Gesang. Das Keyboard-Intro des achtminütigen „Maleficence“ könnte auch neueren Death SS-Alben oder auch Mortuary Drape entstammen, die ja beide ebenfalls aus Italien kommen. Das ist „Horror Music“ im wahrsten Sinne des Wortes; nicht einmal wirklich Metal. Dass Abysmal Grief es mit jeder neuen Veröffentlichung schaffen, abgrundtief finster und atmosphärisch zu klingen und dabei auch das Black Metal-Lager in seinen Bann zu ziehen, ist eine Kunst, die nicht zu begreifen ist. Auch „Witchlord“  wird von Keyboards eingeleitet und dauert neun Minuten. Im Mittelteil gibt es eine beschwörende Sprechpassage wie aus einem Ritual und lässt Erinnerungen an die alten Coven aufkommen. Danach geht es im Midtempo mal etwas flotter zu. „When Darkness Prevails“ ist dann nicht mit fünf Minuten der mit Abstand kürzeste Song, sondern ist eher wieder ein langes Intro und besteht aus stimmungsvollen, weiblichen Chören wie aus einem Fantasy-Epos. Der Abschlusstrack „Ruthless Profaners“ ist ein stampfender Rocker im Midtempo, der wieder an (allerdings eher alte) Death SS (mit Paul Chain) erinnert. Die Musik ist innerhalb der jeweiligen Songs monoton und beschwörend, funktioniert aber perfekt. Die Produktion ist schön transparent, so dass man alle Facetten der Musik gut heraushören kann. Die Atmosphäre ist immer abgrundtief böse. Abysmal Grief sind und bleiben atmosphärischer, okkulter Doom in absoluter Perfektion!

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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