LIONIZE - NUCLEAR SOUL


Label:THE END
Jahr:2017
Running Time:55:32
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Wenn ich mir das Cover dieses Releases betrachte, dann denke ich im ersten Moment eher an eine mittelprächtige Metal-Veröffentlichung aus den Achzigern. Das sich hinter dieser Verpackung ganz andere Musik verbirgt, überrascht dann ein wenig. Diese amerikanische Band ist vielmehr im gediegenen Hardrock-Sektor anzusiedeln und weiß in diesem Metier durchaus zu überzeugen. Insbesondere Liebhaber von Hammond Orgel-Sounds und hartem Bluesrock sollten hier aufhorchen. Trotzdem klingt das seit 2004 existierende Quartett keinesfalls altbacken oder gar langweilig. Zahlreiche andere Einflüsse, wie beispielsweise Funk, Soul sowie Psychedelic- & Stoner Rock wirken sich im Gesamtsound erfrischend aus und sorgen für so manchen Aha-Effekt. Der leidenschaftliche Gesang erinnert stellenweise an Glenn Hughes. Dazu passend liefern Lionize gutklassige Songs, welche sich auch problemlos auf Veröffentlichungen von Bands wie Living Colour, Deep Purple, Clutch oder Kings X wiederfinden könnten. Es macht Spaß, sich mit dieser Scheibe auseinanderzusetzen, und sie schreit geradezu danach, tiefgründig erforscht zu werden. Wer Lieder sucht, die möglichst schnell zünden sollen, ist hier an der falschen Adresse. Den absoluten Überhit mit schnell eintretender Langzeitwirkung sucht man auf „Nuclear Soul" nämlich vergeblich. Das größte Potenzial hierfür hat am ehesten noch der Song „Fire In Athena", der mit einprägsamen Thin Lizzy-Gitarrenparts und tollen gefühlvollen Vocals zu begeistern weiß. Unterm Strich hat der Hörer einmal mehr die Entscheidung zwischen Schnellebigkeit oder Ausdauer zu treffen. Ausdauer wird belohnt und dieses Werk zahlt es einem nach einigen Umdrehungen mit seiner tiefgründigen Vielschichtigkeit dankend zurück.

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Dirk Determann


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