SOULDRINKER - WAR IS COMING


Label:EL PUERTO
Jahr:2017
Running Time:43:30
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Souldrinker bestehen seit 2013, haben bislang zwei EPs "Semper Fidelis" und "Semper Fidelis II" von 2016 auf dem Markt. Die Köpfe der Band sind der Saitenhexer und Volldampf-Gitarrist Markus Pohl (Mystic Prophecy) und die Rockröhre Iris Boanta. Die erste EP gewann 2013 den "31. Deutscher Rock & Pop Preis“, Iris erzielte gleichsam den ersten Platz in der Kategorie "Best Female Metal Singer 2013" und die Band selbst wurde noch zur "Besten Metalband" gewählt. Iris Boanta selbst, traf ich das erste Mal beim Börsencrash, einem Metal Meeting in Wuppertal, wo sie mit den Veranstaltern an der Klampfe bei The Mystery agierte. Weitere Stationen sind / waren Crazy Maiden, She`s Got Balls, Nasty Punch, sowie Beiträge bei den Kamikaze Kings und Ian Perry`s Rock Imporium. Bei der Motor Show in Essen performte sie Ende 2013 den Titeltrack des Events "For Drivers And Dreams". Anfang November dieses Jahres veröffentlichen Souldrinker nun ihre erste Full Length Scheibe unter dem vielversprechenden Namen "War Is Coming". Neben den beiden Hauptakteuren wird das Quartett durch Chris Rodens am Bass und Steffen Theuren am Schlagzeug komplettiert. Bei einer Spieldauer von knapp einer dreiviertel Stunden gibt uns die Crew insgesamt zehn Songs zum Besten und das sind, vorab gesagt, ziemliche Kracher mit einer ordentlichen Dosis Melodic Power Metal sowie purem Heavy Metal.

 

Nach einer düsteren Ansage geht "Let The King Bleed", gleich in die Vollen mit schnellen Fellen, brettharten Riffern, durchgehendem Groove und Iris klingt wie ein female Version vom Mystic Prophecy Shouter Roberto Dimitri Liapakis. Und genau die kommen mir auch allerstes in den Sinn und daneben knackige Primal Fear. Was die Vergleiche mit Pantera und Amon Amarth hingegen sollen, raffe ich bis dato und auch bis zum Ende nicht wirklich. Der Titeltrack nimmt das vorherige Muster auf, punktet mit einem klasse Refrain, ist zwischenzeitlich etwas tragender und, man glaubt es kaum, dass hier wirklich eine Lady das Mikro malträtiert. Das ist pure Kraft, gepaart mit richtigem Biss. Richtiger Groove Metal walkt uns zunächst auf "Promised Land" entgegen, ehe Stimme und Rhythmusfraktion auf hymnenhaften Power Balladen Pfaden umsatteln, während Markus uns auf seiner Klampfe mit dem einen oder anderen Solo beglückt. Der dunkle Groove zieht sich weiter auf "To The Tick" und neben gefühlvollen Gesangseinlagen, kotzt sich Frau Boanta auch mal so richtig bitterböse aus. Fett und druckvoll mit durchgehenden Nackenbrechern auch "Take My Pain" und wieder brilliert Iris zwischen gefühlvoll und rockig-rotzig. Keine Abfälle beim etwas komplexeren "Like Rain" und auch "Raise The Flag", mit exzellentem Songwriting und guten Mitmachteilen sowie schwarzmetallischen Gitarren, gleich zum Einstieg, und später in Melodic Death Metal Manier gezockt, macht keine Kompromisse. Wie schon zuvor, verstehen es die technisch perfekten Musiker, bei aller Härte, noch genügend Spielraum für melodische und sehr harmonische Passagen zu lassen. Auch "Fire Raiser" versteht es diese, ja man muss schon sagen Stilmittel, aus einerseits brachialer Gewalt und den eben nicht konträr dazu stehenden Melodien und hymnenhaften Ansätzen, perfekt miteinander zu verflechten. Die Songs sind alle irgendwie ähnlich strukturiert aber jeder, für sich genommen, sticht perlenhaft heraus und lädt umgehend zum Mitmachen ein. Insgesamt etwas ruhiger mit aber durchweg klasse Hooklines und richtig nach Vorne peitschenden Drive, gibt sich "Voices" und es ist Iris mit variantenreichen Vocals und Markus mit einem starkem Output, die mich mit der Zunge schnalzen lassen. Da vergisst man fast den Punch der Rhythmussektion, der stetig in die Hörgewinde ballert. Mit dem ebenso überzeugendem "Final Stand", schließt sich die letzte Seite über eine feine Metalscheibe, die dem Quartett die nächsten Lorbeeren, und das mehr als verdient, einbringen wird. Ganz starker Output und für alle Metalmaniacs, die was auf sich halten, ganz egal ob mehr im Power Metal, True Metal oder gar im Melodic Death Metal Bereich unterwegs, ein absoluter Pflichtkauf. Für den einen Punkt zur 10 fehlt mir, sorry, das ist für ein perfektes Metalalbum Pflicht, zumindest wenn man in den 80er- und 90er-Jahren groß geworden ist, die obergeniale Ballade, einfach weil ich wissen will, ob Iris das auch kann.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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