B.S.T. - UNTER DECK


Label:VOODOO CHAMBER
Jahr:2017
Running Time:42:19
Kategorie: Neuerscheinung
 
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B.S.T. ist das Kürzel für Blut-Schweiß-Tränen und der passende Name für vier Doomer aus Hamburg, die in dieser Formation seit 2009 bestehen. Die Ursprünge gehen bis in das Jahr 1994 zurück. Damals gab sich noch mehr dem Core hin. Nach der EP "Hamburg City Doom" aus 2009 und der ersten Longrille "Die Illusion" von 2012 legt der hanseatische Trawler nun seine zweite Full Length vor. Mit Ausnahme des Covers "Ride On" von Christy Moore, welches den Rausschmeißer gibt, sind die übrigen vier (!) Nummern allesamt in deutscher Sprache abgefasst. Düstere Riffer eröffnen das mehr als zehnminütige "Stimmen", welches in gesetzter Manier, ja in stoischer Ruhe daher walkt und alle Züge des klassischen Finster-Dooms offenbart. Black Sabbath, Candlemass, Pentagram, Saint Vitus und auch raue Crowbar sind zu vernehmen. Mit cleaner Stimme gibt Heiko Wenck seinen Senf dazu und ist in der Lage alle seine Emotionen von Wut, Trauer und Hilflosigkeit darzulegen. Fast nahtlos geht es mit der merklich depressiverem "Aufgabe" weiter. Tiefe Verzweiflung, dunkelste Melancholie, totale Aufgabe, ja suizidale Gedanken pressen sich in unser Gehirn und manifestieren sich in den langsamen Rhythmen. "Brenne" gibt sich etwas melodischer, wärmer, wenn auch weiterhin tragend und schwer mit sanfterer Artikulation. Immer wieder durchbrechen raue, schwere Gitarren wie ein Monsun die ambiente Grundstimmung. Im Ganzen merklich derber und mit viel mehr Klanggewalt zieht uns "Chance" in seinen Bann. Wenn auch der Titel, so etwas wie Hoffnung andeutet, versinnbildlichen Text und die traurige Grundstimmung die ganze Hoffnungslosigkeit. "Will nicht fort, will nicht gehen, will nicht mehr klagen, nicht fühlen, nicht sehen." Passend wie der viel zitierte "Arsch auf Eimer" setzt das hymnische, kraftvolle "Ride On", dass sich in dieser Form auch als Cover für Grave Digger oder Manowar anbieten würde, den Schlusspunkt unter ein gutes und vor allen Dingen mächtiges Album.

Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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