MOTORPSYCHO - THE TOWER


Label:STICKMAN
Jahr:2017
Running Time:84:44
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Motorpsycho ist eine echt schräge Psychedelic-Band aus Norwegen. Ihr Name ist Programm aber obwohl ich seit 1986 Reviews schreibe habe ich von der Truppe noch nie etwas gehört. Und ich bin bereits wirklich durch etliche Redaktionen gewandert. Wie kann das sein? Seit 1989 ist die Formation aktiv und hat zumindest einundzwanzig verschiedene Silberlinge auf dem Markt. Nun ja, wenn das alte Material ebenso schwer zugängig ist, wie vorliegendes Doppelwerk „The Tower“, ist sicherlich, musikalisch einiges erklärbar. Zumindest heuer trägt man den Psychedelic-Sound, konsequent in progressive und obskure Sphären. Das kann immense, ausufernde Jam-Parts beinhalten, die zwar latent an Pink Floyd der alten Tage erinnern und dennoch strunzlangweilig sind. Vorausgesetzt man hat keine bewußtseinsverändernden Mittelchen intus. Ein Beitrag wie „Intrepid Explorer“, ist ein schönes Beispiel, für diese übertriebenen Ausmaße an kompositorischen Wahnsinn. Allerdings schlagen die Musiker mit ihrem neuen Drummer Tomas Järmyr, hiermit eine Brücke zwischen alten und neuen Herangehensweisen verschiedener bekannter Acts des Genre. Da trifft Tangerine Dream auf Spock´s Beard und Pink Floyd auf Porcupine Tree und die späteren Jahre von The Beatles auf The Flower Kings. Die beiden Rundlinge kann man grob auseinanderhalten, denn auf der CD1 geht es etwas härter zur Sache, währenddessen man auf CD 2 eher gemächliche und verträumte Tracks abspielt. Natürlich werfen die Jungs einiges an Musikrichtungen in den Topf. Da ertönt es mal folkig, mal im 60er-Jahre Space-Sound, mal kernig rockig oder es gibt Fusion-angehauchte-Collagen. Nie langweilig, immer bestrebt einen Konsens zu finden, der sich wahrscheinlich ebenso durch die Lyrics verbindet (ein Booklet mit Lyrics wäre an dieser Stelle hilfreich gewesen – Geiz ist nicht immer geil). Na ja immerhin, kann man anhand des Covers, das Thema, „Turmbau zu Babel“ erkennen. Ein Werk das ohne Arbeit nicht zu entdecken ist, ist „The Tower“ allemal. Allerdings dürfte es helfen, wenn euch Pioniere des progressiven Stils, wie King Crimson, Van der Graaf Generator oder ein neuer Act wie Beardfish, zu gefallen wissen. Für mich ist das Opus etwas überladen und zu langatmig.

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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