DESDEMONIA - EXISTENCE


Label:SELBSTVERTRIEB
Jahr:2010
Running Time:48:04
Kategorie: Eigenproduktion
 
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Hin und wieder kommt es auch mal vor, dass man auch ältere CDs bespricht, die weder als Wiederveröffentlichungen erhältlich noch alt genug sind, um bei den Classic Reviews Platz zu finden. In diesem Fall betrifft es Desdemonia aus Luxemburg, deren drittes und letztes Album „Existence“ bereits vor sieben Jahren erschien. 1994 gegründet, gibt es bislang ein Demo und drei Alben von ihnen. Es gibt die Band noch, so viel kann schon mal gesagt werden. Sie sollen sogar gerade an einem neuen Album arbeiten, suchen aber noch nach einem geeigneten Label dafür, da sie keine CDs mehr in Eigenregie rausbringen wollen. Ein nachvollziehbarer Schritt! Vielleicht wird ja eine Plattenfirma durch dieses (verspätete) Review auf die Combo aufmerksam. Zehn Songs sind hier enthalten. Und Desdemonia drücken, pumpen und stampfen, was das Zeug hält. Inspiriert vom Melodic Death Metal der mittleren Neunziger Jahre, geben sich die Luxemburger riffbetont und heavy, haben aber auch immer viele Melodien in ihrer Musik. Gute Leadgitarrenarbeit zählt dabei genauso dazu wie schöne Akustikpassagen. Der Grunzgesang ist tief und aggressiv. Was hier dagegen nicht an die erwähnte Epoche erinnert, ist die moderne Produktion, die zwar fett und druckvoll ist, aber mit dem getriggerten Schlagzeug auch ganz klar mit beiden Beinen fest in der Gegenwart steht. Und das klingt gar nicht so künstlich, wie man es jetzt vielleicht befürchtet. Dabei reden wir über ein Album, das schon sieben Jahre auf dem Buckel hat. Waren Desdemonia also ihrer Zeit voraus? Schwer zu sagen. Was aber feststeht, ist, dass die Luxemburger hier gekonnt den Sound der Vergangenheit in die Gegenwart transportieren. Sie sind klar beeinflusst von Bands wie At The Gates, Dark Tranquillity, Edge Of Sanity, Gates Of Ishtar oder Ceremonial Oath, geben sich aber nicht mit einem billigen Retro-Abklatsch zufrieden, sondern ziehen sich das Wichtigste raus und gehen dann ihren eigenen Weg. Interessante und eigenständige Band, und das bei vertrautem Sound!

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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