ALICE COOPER - PARANORMAL


Label:EAR
Jahr:2017
Running Time:67:21
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Sprach ich noch bei House Of Lords von Leistungsdruck, aufgrund ihres langen Daseins und guter Album, geht diese Sichtweise bei Altstar Alice Cooper, auf ein ganz anderes Level. Ist er doch Erfinder des Horror-Rock und Metal, noch lebende Ikone , Wegweiser in der Szene und Komponist etlicher Welthits, die man selbst heute noch in der Radiolandschaft findet. Seine Lyrics sind tausendfach aufgegriffen worden und seine Showelemente Bestandteil etlicher Acts. Und das wird sich in den nächsten Jahren wohl kaum ändern. Klar, der große Boom der 90er-Jahre war schwierig aufrecht zu erhalten. In den 2000ern, langweilte der Star mit mittelprächtigen Alben, was gerade Mal 2011 mit „Welcome 2 My Nightmare“ und dem Trend zu alten Sounds der 70er-Jahre umschlug. Nun, sechs Sommer später…“Paranormal. Mir, Gott sei Dank als 180 Gramm Doppel-Vinyl vorliegend, bietet allein schon das Cover eine Augenweide. Produzent war einmal wieder, der Kanadier Bob Ezrin (Pink Floyd, Kiss), der vor kurzem Deep Purple mit „Infinite“, auf die Sprünge geholfen hat. Das Klappcover öffnet in ein gewohntes aber cooles Düster-Pic und die Lyrics befinden sich auf den Innersleeves. Enthalten sind zehn reguläre, brandneue Tracks (werden auf 45 rpm abgespielt), zwei neue Bonustracks (eingespielt mit der originalen Alice Cooper Band) und sechs, bislang unveröffentlichte Live-Klassiker. Auf das Livematerial muss man allerdings auf der beiliegenden CD zurückgreifen. Übrigens bezieht sich die oben genannte Laufzeit auf alle achtzehn Songs komplett. Abgesehen von den Mitgliedern der originalen Alice Cooper Band, geben sich illustre Gäste die Klinke in die Hand: Gitarrist Tommy Denander (Radioactive, Lion´s Share), Klampfer Billy Gibbons (ZZ Top), Bassist Roger Clover (Deep Purple), Drummer Larry Mullen, jr. (U2), sowie Mister Ezrin an der Orgel.

Und wie sieht das siebenundzwanzigste Alice Cooper Album musikalisch aus? Klar, die typischen Texte muss der Anhänger des Obskuren nicht missen. Und obschon klare Melodiestrukturen wie auf dem Opener und Titeltrack „Paranormal“, vorzufinden sind, die balladesk eingeläutet werden, bevor sie abhotten und die absolut durch den amerikanischen Äther gejagt werden dürften, geht der Boss mit „Fallen In Love“, zum Beispiel in die bluesige Rock ´n´ Roll Ecke über , a la ZZ Top. Die treibenden Rocker „Dead Flies“ und „Fireball“, zeigen mit ihrem Flair, jedoch die stärkere Ausrichtung zur Alice Cooper Oldschool Schiene. „Paranoiac Personality“ avanciert zum geschichtenerzählenden Stampfer, während „Dynamite Road“ durchaus Bestandteil der Setlist von „The Rocky Horror Picture Show“ sein könnte. „Private Public Breakdown“ ruft dann die 80er-Jahre auf den Stundenplan. Geiler Track! „Holy Water“ hat wieder Musical-Qualitäten und mit “Rats” knallt etwas 70er Jahre-Punk durch die Bude. Smokie auf Speed? Bitteschön…mit der absolut besten Nummer des Albums „You And All Of Your Friends“. Der Zusatztrack „Genuine American Girl“ übernimmt den schwierigen Spagat, die späten 70er-Jahre und die frühen 80er Jahre des Rock zu verbinden. Super gelöst mit einer kleinen Affinität zu Tom Petty & The Heartbreakers. Last but not least kann man sich an „The Sound Of A“ herantasten. Der ungewöhnlichste Beitrag, mitsamt düsteren Pink Floyd Teppichen und Vocals. Fazit: Kein Überflieger Opus aber wesentlich besser als die Veröffentlichungen zwischen den Jahren 2000 bis 2008!

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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