SOLBRUD - SAME


Label:VME
Jahr:2012
Running Time:46:43
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Solbrud kommen aus Dänemark und gründeten sich 2009. 2010 folgte prompt ein Zwei-Track-Demo und nun das erste vollständige Album. Moment mal: vollständiges Album? Die beiden Demotracks sind hier vertreten, zudem zwei komplett neue Songs. Wer jetzt an eine EP denkt, liegt aber falsch. Denn nur einer dieser Songs dauert sieben, die anderen sogar zwischen elf und 15 Minuten. Für mich macht das ohne vorher reinzuhören den Anschein, dass es hier episch und Burzum-mäßig zugeht. Das stimmt aber nur bedingt. Eher geht es in Richtung Funeral Doom. Gleich der Opener „Bortgang“ beginnt mit einem ultraträgen Schlagzeugtakt, der von unter düsteren, schwermütigen, tiefen Gitarre unterlegt wird. Es dauert ewig, bis endlich der Gesang eintritt. Bis dahin steigt aber die düstere Bedrohlichkeit auf, die eine ganz besondere Atmosphäre erschafft.  Die Produktion ist kalt und dröhnend, aber nicht schlecht. Nach knapp vier Minuten beginnt der kehlige Black Metal Gesang, der fies rüberkommt und absoluter Genrestandard ist. Es folgt „Øde Lagt“ mit kurzem Meeresrauschen und rasendem Tempo, das sehr an alte Darkthrone und Konsorten erinnert. Der Gesang lässt dieses Mal nur knapp zwei Minuten auf sich warten. Hier gibt es typische, nordische Raserei, wie sie klingen soll. Von Funeral Doom gibt es hier keine Spur. Später geht es rhythmischer zu und man kann schön im Midtempo mitbangen, ohne Nackenschmerzen zu befürchten. „Dødemandsbjerget“ beginnt dann mit treibender Doublebass, aber nur wenigen Gitarrenanschlägen, was das Ganze sogar etwas rockig anmuten lässt, bevor die schnellen Läufe wieder den typischen Skandinavien-Black-Metal aufleben lassen. Gesang beginnt wieder erst nach zwei Minuten. Aber das sind wir ja schon gewöhnt. Beim 15-minütigen Raushauer wird der Hörer mit einem Akustikintro überrascht, welches sofort Erinnerungen an epische Bathory („Blood, Fire, Death“ und „Blood On Ice“9 aufkommen lässt. Nach zwei Minuten wird aber wieder das Gaspedal ausgefahren und heiseres Gekreische animiert zum Ausrasten. Die Songs sind nicht nur lang und episch, sondern vor allem auch abwechslungsreich und ausgereift. Ständig gibt es Ahaeffekte zu vernehmen, die angenehm überraschen und Solbruds Debüt zu einem kurzweiligen Black-Metal-Trip in nordische Gefilde macht. Toller Einstand! Geil!

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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