JACKSON FIREBIRD - COCK ROCKIN´


Label:NAPALM
Jahr:2014
Running Time:35:54
Kategorie: Neuerscheinung
 

Ich hatte ja 2015 bereits das Vergnügen das Zweitwerk von Jackson Firebird, namentlich vertreten durch das australische Duo Brendan Harvey (Gitarre, Vocals) und Dale Hudake (Drums), mit dem Namen "Shake The Breakdown" zu bewerten und war von dem bissigen, klassischen Rock der Aussies mit Querverweisen zu Kid Rock, Ted Nugent aber auch Queen und ordentlichem Grungefaktor auch sehr angetan. Nun liegt mir also das Debüt von 2012 vor, welches in Australien damals über Warner Music vertrieben wurde, den europäischen Fans allerdings erst 2014 über Napalm Records zugänglich gemacht wurde.

Cock Rockin´ beschreibt einen aggressiven männlichen Stil im Rock, der bereits in den 60igern aufkam und von so namhaften Bands wie The Doors, Led Zeppelin, The Who oder auch The Rolling Stones praktiziert wurde. Mit typischem Riffrock ala den großen Landeshelden mit den vier Buchstaben geht es in den Titeltrack hinein, stimmlich eher fetzig rockig und schon hier mit Anleihen an den 60er-Jahre Rock 'n' Roll mit gleichsam cooler wie schnöder Lässigkeit. Nicht der Stoff aus dem die Rockerträume sind aber genau das Richtig für ellenlange Pisten durch den Wüstendreck. "She Said" haut mit toughen Fellen und einer Hendrix Gitarre so richtig vor den Latz. Hach so eine Scheiße liebe ich ja. Einfach affengeiler Stoff mit ordentlich Groove, schön einfachen Riffern und der passenden Sleaze- und Rotznote. Im amerikanischen Straßenblues zockt "Rock Solid" weiter und anstelle der Rotzstimme könnte an jeder Stelle auch eine Saxophon erklingen. Die Gitarren staubtrocken und so ein bisschen Südstaatenrock mit ZZ Top-Einschlag. "Quan Dong" mit "Motherfucker" - Refrain gibt sich schon ziemlich punkig und quer, vergisst aber nicht die geilen Gitarren und bestechenden Grooves. Im munteren Rock aber mit weiter einer Menge Spaß in den Backen und bloß nicht mainstreamig dann "Red Light" und dann "Little Missy", dass nicht nur vom Titel an "Dizzy Miss Lizzy" erinnert sondern durchaus dem alten Rock frönt, hier allerdings mit auch mal mit Anleihen im Classic Rock und echten Rock 'n' Roll. "Can Roll" zäumt das Pferd weiter im 60er-Stil auf und erinnert phasenweise an den Übersong von Joan Jett, wenn Brendan allerdings singt "...like a sexmachine..." sind wir bei Jackson Brown und dazu immer wieder die verzerrten Sechssaiter. Ein richtig geiler Blueser dann mit "Goin Out West" und natürlich mit der geilen Schüttelpassage aus den rockin´ Fifties. Auch "Sweet Eloise" liebt das Spiel zwischen dem typischen Classic Rock der 70er- und beginnender 80er-Jahre und den swingin´ und rockin´ Sixties hin und her zu springen, während "Red Hair Honey" mehr einen auf klassischen Hardrocker im Stile von Vintage Caravan allerdings mit dem auch typischen "...shakin´..."  gibt.

Was zunächst wie die zigste AC/DC Kopie startete mauserte sich mit fortlaufender Spieldauer zu einer richtig rockigen Reise durch dreißig Jahre geile Musikgeschichte zwischen den swingenden 50-ern, den rockigen 60-ern und den groovigen 70er-Jahren. Ich bleibe dabei und finde die beiden Aussies einfach rattenscharf.

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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