TANKARD - ONE FOOT IN THE GRAVE


Label:NUCLEAR BLAST
Jahr:2017
Running Time:48:49
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Vor nun mehr fünfunddreißig Jahren entschlossen sich vier langhaarige Metal-Maniacs aus Frankfurt am Main zusammen zu tun um ihre musikalischen Vorstellungen zu verwirklichen. Die Rede ist selbstverständlich von Tankard, die sich in den vergangenen drei Dekaden zur Speerspitze des deutschen Thrash-Metal mauserten. „Ihre Musik klingt als würde ein voll beladener Zug mit Bierkrügen entgleisen“ hieß es im Spiegel nur drei Jahre nach Tankards Gründung. Nicht der unpassenste Vergleich, ist der Bandname doch das englische Wort für Bierkrug. Allerdings wurde der Sound der Frankfurter Thrasher mit der Zeit deutlich reifer. Beachtlich ist, dass sie seit Gründung tatsächlich dauerhaft bestanden haben und sich nicht in die lange Reihe der Reunion-Phantome einreihen. Getreu dem Slogan: „Not One Day Dead!“ In den vielen Jahren ihres Bestehens wurden nun selbstverständlich viele echte Hymnen kreiert, wie zum Beispiel. „(Empty) Tankard“, „The Morning After“ oder „Chemical Invasion“. Verteilt auf sechzehn Alben. Und mit Nummer Siebzehn wird nun die Hälfte der vierten Dekade gefeiert. „One Foot In The Grave“ heißt das gute Stück. Aber es klingt im Gegensatz zum Namen alles andere als halbtot. Im Gegenteil, es strotzt vor Aggressivität, Frische und Ideenreichtum. Dabei gehen Tankard nach so langer Zeit tatsächlich noch einmal neue Wege, allerdings ohne sich selbst dabei zu verlieren. Gerres Stimme klingt energiegeladener und wütender als je zuvor und Gitarrist Andi Gutjahr packt Riffs und Solos aus, die man in dieser Form bei Tankard wohl noch nie gehört hat. Klingt zusammen aber wirklich stimmig und gut. Auch der Tankard typische Humor wird weitesgehend bei Seite gelassen und durch saftige Gesellschaftskritik ersetzt. Sogar der obligatorische Biersong des Albums mit dem Titel „Secret Order 1516“ enthält etwas Gesellschaftskritik. Songs wie „Syrien Nightmare“, „Arena Of The True Lies“ und auch der Titeltrack „One Foot In The Grave“ reihen sich nahtlos in die lange Reihe der Bandklassiker ein. Kraftvoll, schnell, einfach Thrash Metal. Ganz muss auf den Humor allerdings doch nicht verzichtet werden. Er ist im Titel „Sole Grinder“ enthalten. Eine Hommage an Bandmanager Buffo Schnädelbach, den Gerre als „Deutschlands lustigsten Choleriker“ beschreibt. Bleibt zu sagen, Tankard wird nicht älter, die werden besser. Noch kein Album der Formation klang so reif und komplett wie dieses. Eine Pflicht für eingefleischte Thrash-Metal Fans!

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Chris Föhrenbach


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