THE KING´S CHOICE – ANGRIFF AUF NORWEGEN - Film von Erik Poppe


Label:PANDASTORM
Jahr:2017
Running Time:130:00
Kategorie: Neuerscheinung
 
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In den meisten Kriegsfilmen ging es bislang immer um die Judenverfolgung, dem D-Day, dem Krieg im Osten oder irgendwelchen speziellen Happenings, wie wichtige Schlachten oder besondere Einzelpersonen. In den letzten Jahren bewegt sich die niveauvolle Filmindustrie, die Billigfilme aus Russland, lasse ich mal bewusst außen vor, auf den Nebenschauplätzen, wie Dänemark oder wie im vorliegenden Fall Norwegen (ohne natürlich deren Verluste abzuwerten) und verweist auf die Geschehnisse, mitsamt dem Fehlverhalten im eigenen Land. Am 09. April 1940 besetzt Deutschland das skandinavische Land und würde gerne alles ohne Tumult und Kämpfe übernehmen. Bedingungen werden über Botschaften gereicht, die für den normaldenkenden Norweger kaum tragbar sind und somit kommt es natürlich zusätlich zu kleineren militärischen Auseinandersetzungen (denn die Deutschen haben bereits kleinere Scharmützel gestartet) und Kampfhandlungen. Mitten im Geschehen die Königsfamilie (eigentlich Adel aus Dänemark), die politisch keinerlei Befugnisse hat und trotzdem Zeichen setzen möchte. Zumindest der König, Haakon VII (Jesper Christensen). Sein Sohn (Anders Baasmo Christiansen), der Kronprinz, ist stets andere Auffassung. Norwegen wollte stets neutral bleiben. Als Hilfe waren die Briten bereits unterwegs, kamen jedoch zu spät. Nun ist Haakon (geplagt von immensen Rückenschmerzen), das Ziel der deutschen Fallschirmjäger und ständig auf der Flucht. Der Großteil der Familie kann sich später absetzen, während der Kronprinz sich zum Kampf melden will. Die Hauptfigur der Gegenpartei aber stets auf der norwegischen Seite ist der deutsche Diplomat Curt Bräuer, sagenhaft gut gespielt von Karl Markovics. Schwere Entscheidungen müssen getroffen werden, die das Königshaus zu meistern hat. Somit avanciert König Haakon zum Symbol des nationalen Widerstands. Und alles ohne niederschmetternden Pathos und Machogehabe. Regisseur Erik Poppe hat ein emotional starkes und zerbrechliches Gebilde geschaffen. Respekt!

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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