THE ROLLING STONES - BLUE & LONESOME


Label:POLYDOR
Jahr:2016
Running Time:42:36
Kategorie: Neuerscheinung
Non Metal
 
zurück  |  vor

Gibt es eigentlich irgendetwas was The Rolling Stones anpacken, das ihnen nicht gelingt? Nun, laut der Fans ist jede Kritik Gotteslästerung. Doch es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Briten selten neues Material anbieten. Klar, es ist bereits das dreiundzwanzigste Werk, das nun mit „Blue & Lonesome“ auf dem Plattenteller liegt aber es besteht ausschließlich aus Coverversionen der Blues-Helden, die ihre Spur bei Mick Jagger und Company hinterlassen haben. Dabei haben sie sich noch nicht mal die Mühe gemacht, selten nachgespielte Songs auszuwählen. „I Can´t Quit You Baby“, aus der Feder von Willie Dixon, wurde zum Beispiel bereits von Led Zeppelin ins rechte Licht gerückt. Zu Gast bei disem Beitrag ist übrigens Eric Clapton an der Gitarre. Zwölf mal schlagen die Rollenden Steine zu und zeigen wie tief ihre Wurzeln in diesem Genre verwachsen sind. Es überkommt einem beim Zuhören ein cooles Flair, das stark nach Clubatmosphäre riecht und den Schweiss, an den imaginären Wänden runterlaufen läßt. Ein paar Feinheiten sollte der Fan wissen: Mick Jagger spielt das erste mal seit „Dirty Work (1986) keine Gitarre, dafür aber eine treibende Mundharmonika, die den Ruf einer jeden Dampflokomotive gerecht wird. Und zudem ist es das erste Opus seit „It´s Only Rock ´n´ Roll“ (1974), dass Lead-Vocals von Keith Richards fehlen. Es geht mit Gästen weiter auf dem Track „Hoo Doo Blues“, im Original von Lightnin´ Slim, entsteht das emotionale Gewitter unter der Mitwirkung von Jim Keltners Percussions. Chuck Leavell verdelt derweil „All Of Your Love“, mit seinem Piano. Als Bassist agiert Darryl Jones (ex-Miles Davis Band) und am Keyboard steht Matt Clifford. Wenn man den Drang versteht, mit dem die Jungs an dieses Werk herangetreten sind, ist alles im perfekten Licht. Nur soviel, man entfernt sich nicht oft von den Originalen. Das ist wirklich fast nur nachgespielt, mit Nuancen an Unterschieden im Feeling, wie die einzelnen Instrumente in Szene gesetzt wurden. Für mich als Anhänger der Band seit 1979, trotzdem ein großer Pauken und Befreiungsschlag vom Pomp des sonstigen Bandlebens.

Note: Keine Wertung
Autor: Steve Burdelak


zurück zur Übersicht